Neuralink: Elon Musk präsentiert den Chip fürs Hirn
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NeuralinkElon Musk präsentiert den Chip fürs Hirn

Ein münzgrosser Chip im Kopf soll das Gehirn digitalisieren und telepathische Fähigkeiten ermöglichen. Elon Musk versteht den Chip auch als Waffe gegen Computer, damit der Mensch sich nicht unterdrücken lassen muss.

von
Fabian Pöschl
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Elon Musk hat am Freitag einen Chip vorgestellt, mit dem er das Gehirn digitalisieren will.

Elon Musk hat am Freitag einen Chip vorgestellt, mit dem er das Gehirn digitalisieren will.

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Der münzgrosse Chip soll im Kopf implantiert werden.

Der münzgrosse Chip soll im Kopf implantiert werden.

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Dafür entfernt ein Roboter ein Stück des Schädels. Ein älterer Prototyp liess sich noch wie ein Hörgerät tragen.

Dafür entfernt ein Roboter ein Stück des Schädels. Ein älterer Prototyp liess sich noch wie ein Hörgerät tragen.

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Darum gehts

  • Elon Musks Firma Neuralink stellt einen Chip fürs Gehirn vor.
  • Mit dem Chip soll es in Zukunft möglich sein, Computer per Gedanken zu steuern.
  • Forscher sind allerdings skeptisch.

Es klingt nach Science-Fiction, ist aber für drei Schweine bereits Realität: ein Chip im Kopf, mit dem sich Computer per Gedanken steuern lassen sollen. Es ist wohl das ambitionierteste Projekt von Tesla-Chef Elon Musk, über das er kürzlich informierte.

Der münzgrosse Chip soll neurologische Signale verstehen. Ziel ist die Digitalisierung des Gehirns. Musks Firma Neuralink pflanzte den Chip den drei Schweinen vor zwei Monaten ein. Am Monitor zeigte der US-Unternehmer die Nervenimpulse des Schweins Gertrude. «Es ist wie ein Fitbit für Ihren Schädel», sagte Musk.

Aufrüsten gegen Computer

Der Chip soll die Möglichkeiten eines Activity-Trackers aber bei weitem übersteigen. Laut dem Milliardär soll der Chip zunächst zur Behandlung neurologischer Erkrankungen zum Einsatz kommen. In Zukunft soll es aber auch möglich sein, verletztes Nervengewebe zu überbrücken, damit Menschen etwa wieder laufen könnten.

Mit dem Chip liessen sich Gedanken teilen, vollständig immersive Computerspiele erleben oder die aktuellsten Sprachkenntnisse ins Gehirn installieren. «Ihr werdet eure Erinnerungen speichern und sie möglicherweise auch in einen anderen Körper oder einen Roboter herunterladen können», so Musk.

Als klinge das nicht schon nach einer Zukunft wie in der Sci-Fi-Serie «Black Mirror», will Musk den Chip auch als Waffe gegen Computer verstehen. Künstliche Intelligenz werde die menschliche Intelligenz in fünf Jahren überholen. Sollten die Menschen ihre Gehirne nicht aufrüsten, würden sie zu Schosshunden der Computer.

Forscher sind skeptisch

Forscher sind allerdings skeptisch, ob Musk halten kann, was er verspricht. Hirn-Computer-Schnittstellen seien schon oft gebaut worden, und es sei schwer zu sagen, wie erfolgreich das Neurolink-Projekt werde, zitiert «Bild.de» Biomedizintechnik-Professor Christopher James von der britischen Universität Warwick.

Wann der Chip fertig sein wird, ist ebenfalls unklar. Neuralink stellte bereits vor einem Jahr einen Prototyp vor, der 2020 fertig sein und wie ein Hörgerät getragen werden sollte. Das aktuelle Modell wird nach Musks Plänen im Kopf eingepflanzt. Er zeigte einen Roboter, der den Chip innerhalb von 30 Minuten im Kopf implantiert und dafür ein Stück des Schädels entfernt.

Das ist Neuralink

Elon Musk war vor vier Jahren Mitgründer des US-Start-ups Neuralink. Ziel der Firma ist die Entwicklung eines Geräts zur Kommunikation zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern. Derzeit arbeiten erst rund 100 Menschen für Neuralink, laut Musk sollen es aber in Zukunft Zehntausende sein. Auch Freunde von Musk wie der Investor Steve Jurvetson sind bei Neuralink, wie auch bei Tesla und SpaceX, dabei.

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