Eltern eines 9/11-Opfers kämpfen gegen den Fiskus
Aktualisiert

Eltern eines 9/11-Opfers kämpfen gegen den Fiskus

St.Galler
Eltern haben an 9/11
ihren Sohn verloren. Sie
bekamen 6,7 Mio. Franken
Entschädigung. Nun
wehren sie sich gegen
die Versteuerung.

von
Felix Burch/Harry Rosenbaum

Ihr damals 32-jähriger Sohn befand sich am 11. September 2001 mit seiner schwangeren Frau (28) auf Flug 11 der American Airlines, der dann in das World Trade Center flog. Als Entschädigung für den Tod des Sohnes überwiesen die USA den St.Galler Eltern einen Betrag von 6,7 Millionen Franken. Präsident George Bush ordnete an, dass Entschädigungen für Hinterbliebene steuerfrei sind.

«Dies gilt aber nur für die USA», sagt Hubert Hoffmann vom kantonalen Steueramt St.Gallen. Weil die 6,7 Millionen Franken in der Schweiz als Einkommen gelten würden, seien sie als solches zu versteuern. Das Steueramt befand dann auch, dass nur eine Genugtuungsleistung von je 25000 Franken für die Ehepartner steuerfrei sei. Gegen diese Verfügung rekurrierten die Eheleute und verlangten für die ganzen 6,7 Millionen Steuerbefreiung. Sie zogen die Beschwerde bis ans Bundesgericht. Dieses hat kürzlich entschieden, das Steueramt müsse weitere Abklärungen zur steuerrechtlichen Qualifikation der Entschädigungsleistungen vornehmen.

Die Anwälte des Ehepaars verlangen, amerikanisches Recht anzuwenden. Der Schweizer Staat dürfe sich nicht an einer Entschädigung aus einem amerikanischen Opferfonds bereichern.

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