Aktualisiert 14.01.2019 21:05

Tödlich verunglückte Schweizer

Eltern erfuhren beim Skirennen vom Unglück

Die in Schweden verunfallten Adelbodner waren Mitglieder einer Freikirche, die am Weltcup-Rennen einen Stand betrieb. Einige Eltern mussten dort die Horrornachricht erfahren.

von
cho

Filmaufnahmen zeigen, wie gefährlich die Strasse ist, in der die Schweizer verunfallten. (Video: SVT)

Fünf junge Oberländer verloren am Samstag bei einem Verkehrsunfall in Schweden ihr Leben. Ein sechster überlebte den Unfall nur knapp. Seither ist man im Oberland in tiefer Trauer. Die Gemeindeverwaltung Adelboden hat eigens ein Kondolenzbuch für sämtliche Einwohner und Bekannte der Opfer aufgelegt, im Kirchgemeindehaus wurde ein Raum der Stille und Trauer eingerichtet, der 24 Stunden am Tag zugänglich ist.

Für die Bevölkerung von Adelboden sei das schreckliche Ereignis kaum zu fassen, wie die Gemeinde mitteilt: «Aber gemeinsam werden wir nach vorne schauen und die Betroffenen in dieser schwierigen Situation bestmöglich unterstützen.»

Hinterbliebene an Weltcup informiert

Das haben sich auch die Mitglieder der Freikirche «Gemeinde für Christus» vorgenommen, der die verunfallten Adelbodner angehörten. Die Glaubensgemeinschaft sei an der Messe am Sonntag über den Unfall informiert worden, sagt ein Kirchenmitglied: «Nur die Familie des Überlebenden war anwesend.» Man versuche die Hinterbliebenen ganz ohne Aufdrängung bei der Trauerarbeit zu unterstützen. «Etwa indem wir einfach etwas zu essen vor die Türe stellen.»

Für die Glaubensgemeinschaft sei es ein enormer Verlust, «auch weil die jungen Männer in der Blüte ihres Lebens waren», so Kirchenmitglied. Die Gemeinschaft habe am Weltcup einen Informationsstand betrieben. Dort seien auch Familienmitglieder der Verunfallten im Einsatz gestanden: «Die Polizisten mussten dort einigen Eltern die schlimme Nachricht überbringen.»

Angehörige in Schweden

Die Gemeinschaft würde nun auf die Rückführung der tödlich Verunglückten warten, damit diese dann beigesetzt werden könnten. Sie gehe davon aus, dass es für jeden der jungen Männer einen separate Beerdigung geben werde. Ausserdem würden die Kirchenmitglieder die Rückkehr des Überlebenden herbeisehnen. Der 23-Jährige hat als einziger der siebenköpfigen Gruppe das Unglück überlebt. Der Adelbodner liegt derzeit in Schweden im Spital: «Es ist noch nicht klar, wann mein Sohn den Weg in die Heimat antreten kann», so der Vater, der derzeit bei seinem Sohn in Schweden weilt.

Die schwedischen Behörden erwarteten am Montag Angehörige der Opfer am Unglücksort. Nähere Angaben dazu machten weder die Gemeinde noch das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA auf Anfrage.

Die schwedische Polizei teilte mit, dass ein Team für die Betreuung der Angehörigen zur Verfügung stehe. Sie sei zudem daran, Unglückshergang und Ursache zu klären. Verschiedene Befragungen hätten stattgefunden sowie technische Überprüfungen der Fahrzeuge. Die Ermittlungsarbeit würde jedoch einige Zeit dauern.

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