Aktualisiert 06.08.2017 19:25

Basel

Eltern klauen Nuggi und Babykleider aus Spital

Frischgebackene Eltern stehlen wie die Elstern: Nuggi, Bodys und Hygieneartikel werden nach der Geburt des Sprösslings einfach eingesteckt. Den Spitälern sind die Hände gebunden.

von
jd
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Eltern bereichern sich gerne mal an Spital-Stramplern und Nuggis.

Eltern bereichern sich gerne mal an Spital-Stramplern und Nuggis.

AP/Jens Meyer
Das Kantonsspital in Liestal bringt an den Kleidungsstücken Schilder in fünf Sprachen an, damit die Mamis und Papis die Finger davon lassen.

Das Kantonsspital in Liestal bringt an den Kleidungsstücken Schilder in fünf Sprachen an, damit die Mamis und Papis die Finger davon lassen.

Keystone/Olivier Maire

Die Geburtskliniken der Region Basel verzeichnen ein Abhandenkommen von Säuglings-Zubehör. Hinter den Diebstählen stecken Neu-Eltern, die bei der zur Verfügung gestellten Ware gerne mal ordentlich zugreifen. «Von den Stramplern kommen jede Woche einer oder zwei weg», sagt Unispital-Sprecher Martin Jordan gegenüber der «Schweiz am Wochenende». Ohrfieberthermometer, die pro Stück 170 Franken kosten, verschwanden in den letzten zwei Jahren ebenfalls zehn.

Doch auch vor deutlich günstigeren Dinge wie Windeln und Feuchttüchern, die auf der Mutter-Kind-Station bereit liegen, wird nicht Halt gemacht: Die Hygieneartikel wandern kurzerhand in die eigene Tasche. «Aber das ist für uns Verbrauchsmaterial», kommentiert Jordan.

Wie hoch die Deliksumme sei, könne nicht wirklich beziffert werden. Gegen die Langfinger könne nur schwer etwas unternommen werden. «Das Personal wird sensibilisiert», so Jordan.

Gestohlenen Body auf Ebay verkauft

Das Kantonspital in Liestal kennt die Problematik. «Unsere Ganzkörperanzüge für Neugeborene werden immer wieder gestohlen», bestätigt Sprecherin Brigitte Emmenegger. Die Klauerei habe auch schon zu absurden Begegnungen geführt. «Wir stiessen im Internet auf eine Versteigerung: Jemand hatte einen Body mit dem Aufdruck des Kantonsspitals auf Ebay gestellt», erzählt sie. Aufklärung soll nun helfen, den unverschämten Diebstählen ein Ende zu setzen. «Als Gegenmassnahme bringen wir jetzt Schilder in fünf Sprachen an, die auf unser Eigentum hinweisen», sagt Emmenegger.

Um Diebstählen vorzubeugen, müssen Eltern im Bethesda-Spital die Kleider für ihre Buschis grösstenteils selber mitbringen. Auch Nuggi gibt es lediglich in der Einweg-Version. Pflegeartikel und Windeln werden vom Spital rationiert. «Diese Sachen werden nur in geringer Stückzahl aufgelegt. Es kommt immer wieder vor, dass dies auch mitgenommen wird», so Sprecherin Mirja Huber-Kopp.

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