09.11.2020 17:51

BaselEltern pochen in Kitas auf Maskenpflicht für Mitarbeitende

Seit zwei Wochen gilt im Kanton Baselland eine Maskenpflicht für Mitarbeitende in Kitas. Im städtischen Nachbarkanton überlässt man die Verantwortung hingegen den einzelnen Kitas. Dies sorgt bei den Eltern und den Mitarbeitenden für Verwirrung.

von
Lea Lozano
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In Baselbieter Kitas gilt seit zwei Wochen eine Maskenpflicht für Mitarbeitende.

In Baselbieter Kitas gilt seit zwei Wochen eine Maskenpflicht für Mitarbeitende.

KEYSTONE 
Im Kanton Basel-Stadt hingegen hält man eine solche Regelung nicht für adäquat und lässt die Kitas selbst entscheiden, ob ihre Mitarbeitenden eine Maske tragen müssen.

Im Kanton Basel-Stadt hingegen hält man eine solche Regelung nicht für adäquat und lässt die Kitas selbst entscheiden, ob ihre Mitarbeitenden eine Maske tragen müssen.

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Die Basler Kita-Betreiberin Familea hat sich dafür entschieden und stösst bei den Eltern auf Verständnis.

Die Basler Kita-Betreiberin Familea hat sich dafür entschieden und stösst bei den Eltern auf Verständnis.

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Darum gehts

  • Im Kanton Baselland gilt seit dem 21. Oktober eine Maskenpflicht für Kita-Mitarbeitende.

  • In Basel-Stadt lässt man die einzelnen Kitas jedoch selbst entscheiden, ob sie diese Massnahmen treffen wollen.

  • Der Regel-Wirrwarr sorgt an der Kantonsgrenze sowohl bei Eltern, als auch bei Mitarbeitenden für Verwirrung.

Das Thema Maskenpflicht sorgt in Basler Kitas für Chaos. Nachdem im Kanton Baselland am 21. Oktober eine allgemeine Maskenpflicht für Kita-Mitarbeitende eingeführt wurde, stehen die städtischen Kitas nun vor einem Dilemma, wie die bz am Montag berichtet. In Basel-Stadt setzt das Gesundheitsdepartement nämlich auf die Eigenverantwortung der einzelnen Kitas, aber nun spüren viele Kindertagesstätten zunehmend Druck der Eltern oder der Mitarbeitenden .

So hat etwa die grösste Basler Kita-Betreiberin Familea, die in beiden Kantonen tätig ist, sich freiwillig dafür entschieden, ihre Mitarbeitenden während der Betreuungszeit eine Maske tragen zu lassen. Denn: Eine der Bedingungen des Basler Erziehungsdepartements ist, dass es sich bei den Betreuenden um feste Gruppen handelt. Dies ist laut Aron Reichenbach, Leiter der Tagesbetreuung von Familea, nur schwer einzuhalten. Falle Personal wegen Krankheit, Wartefenster nach einem Corona-Test oder einer angeordneten Quarantäne aus, könne die gleiche Betreuungskonstellation nur schwer garantiert werden, sagt er gegenüber der bz.

Ebenso könne man durch die Maskenpflicht eine mögliche Exposition besser abschätzen. Bisher mussten bei einem positiven Fall ganze Kindergruppen und Belegschaften in Quarantäne. Die strengen Massnahmen tragen dazu bei, dass das Betreuungsangebot aufrechterhalten bleiben kann, denn viele Eltern seien auf die Betreuung ihrer Kinder angewiesen, so Reichenbach.

Schon eine Kündigung wegen Maskenpflicht

Laut Reichenbach ist man mit den Massnahmen bisher auf Verständnis seitens der Eltern gestossen: «Der Schutz wird geschätzt», betont er gegenüber der Zeitung. Trotzdem gebe es in den Familea-Kitas auch maskenfreie Zeitfenster, um auf mögliche Verunsicherung der Kinder zu reagieren. Das Maskentragen sei aus entwicklungspsychologischer Sicht nämlich nicht ideal. Kündigungen seien bei der Familea jedoch noch keine eingegangen.

Anders scheinen die Eltern im Baselbiet auf die Maskenpflicht zu reagieren. Die Kita-Trägerschaft Familycare habe seit der Einführung der Maskenpflicht bereits erste Auswirkungen zu spüren bekommen. Laut Daniela Bader, Geschäftsführerin von Familycare Basel, würden sich im Baselbiet vor allem Eltern von Kindern im Babyalter überlegen den Kitaplatz zu kündigen. Eine Kündigung sei bereits eingegangen, bestätigt Bader der bz.

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