Studie: Eltern sollen ihren Kindern einen Lohn geben
Aktualisiert

StudieEltern sollen ihren Kindern einen Lohn geben

Zahlen Eltern Jugendlichen Lohn, um Kleider, Coiffeur oder die Handyrechnung selbst zu bezahlen, können sie später besser mit Geld umgehen, zeigt eine neue Studie.

von
daw
1 / 5
Der Jugendlohn soll vor der Schuldenfalle bewahren.

Der Jugendlohn soll vor der Schuldenfalle bewahren.

Keystone/Christian Beutler
Laut einer neuen Studie im Auftrag des Vereins Jugendlohn macht ein Grossteil der Eltern, die ihren Kindern Geld geben, positive Erfahrungen.

Laut einer neuen Studie im Auftrag des Vereins Jugendlohn macht ein Grossteil der Eltern, die ihren Kindern Geld geben, positive Erfahrungen.

Mit dem Jugendlohn müssen die meisten Jugendlichen Kleider, den Coiffeur oder das Handy-Abo bezahlen.

Mit dem Jugendlohn müssen die meisten Jugendlichen Kleider, den Coiffeur oder das Handy-Abo bezahlen.

Das Prinzip des Jugendlohns ist simpel: Die Jugendlichen erhalten früh – empfohlen wird die Einführung mit 12 Jahren – mehr Kompetenzen und Verantwortung für eigene Belange. Dazu gehört, dass ihnen ihre Eltern einen fixen monatlichen Betrag geben, mit dem sie selbstständig bestimmte Lebenskosten verwalten. Hierzu können zum Beispiel Kleider, Coiffeur, Velo,

Handy, Sport, oder das Sackgeld gehören. Ziel ist es, dass Jugendliche lernen, wie man mit Geld umgeht.

Eine Studie der Hochschule Luzern und der Fachhochschule Nordwestschweiz zeigt nun, dass das Konzept funktioniert: Laut der Online-Befragung macht ein Grossteil der befragten 944 Elternteile die Erfahrung, dass ihre Kinder dank dem Jugendlohn «lernen mit Geld umzugehen, notwendige Anschaffungen und Konsumbedürfnisse gegeneinander abzuwägen und dass sie mehr Autonomie und Selbstverantwortung in Geldfragen erwerben», wie es in einer gemeinsamen Medienmitteilung des Vereins Jugendlohn, der Stadt Zürich sowie Pro Juventute heisst. Zudem würden Jugendliche preisbewusster.

Löhne von über 500 Franken

Damit nicht genug: Laut der Studie profitieren auch die Eltern und die gesamte Familie. «Der Jugendlohn entlastet die Eltern, da es weniger Konflikte um Geld gibt», schreiben die Organisationen. Zudem werde der Ablösungsprozess früh, aber sanft eingeleitet. Dadurch verbessere sich die Beziehung zwischen Jugendlichen und Eltern.

Zwei Drittel der Familien führten den Jugendlohn ein, als ihr Kind jünger als 14 Jahre alt war, nämlich im Alter von 12 Jahren (29%), im Alter von 13 Jahren (30%) oder vereinzelt auch früher (4%). Nicht alle gaben ihren Kindern einen gleich grossen Lohn: Bei 51 Prozent der Befragten lag der Jugendlohn zwischen 100 und 200 Franken monatlich, jeder fünfte Jugendliche hatte einen monatlichen Jugendlohn zwischen 200 und 300 Franken. 2 Prozent erhielten gar mehr als 500 Franken.

Deine Meinung