Trainermangel in Bern: Eltern und Opas müssen einspringen
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Trainermangel in BernEltern und Opas müssen einspringen

Wegen akuten Trainermangels sind die Fussballklubs verzweifelt auf der Suche nach gewilltem Personal: Hausfrauen, Grosseltern oder Teenies müssen in die Bresche springen.

von
sah / meo
Gerade bei den Kleinsten ist der Trainermangel akut.

Gerade bei den Kleinsten ist der Trainermangel akut.

Während Xherdan Shaqiri nach seinen drei Nati-Toren gegen Bulgarien zum neuen Idol der Jungfussballer avanciert, sieht es für viele, die in seine Fussstapfen treten möchten, düster aus. «Wir kämpfen jede Saison aufs Neue, um ­genügend Trainer zu rekrutieren», sagt Jürg Lohri, Vorstandsmitglied des FC Münsingen. Väter, Mütter, Grosseltern oder Jugendliche müssten ­regelmässig einspringen – trotzdem reiche die Anzahl Aushilfstrainer nicht aus. «Im Juniorenfussball fehlen schweizweit rund tausend Trainer», bestätigt Luca Balduzzi vom Schweizerischen Fussballverband. «Dass bei den ganz Kleinen auch mal ein Elternteil am Spielfeldrand steht, be­grüssen wir aber», so Balduzzi. «Hauptsache, diese Personen können mit Kindern um­gehen.»

«Auch bei uns ist die Nachfrage gross und wir müssen immer wieder Junioren vertrösten oder versuchen, sie bei Partnervereinen unterzubringen», sagt Christoph Michel vom FC Köniz. Dort verzichtet man auf Laientrainer: «Wir beschränken lieber die Anzahl der Junioren, setzen dafür aber nur qualifizierte Trainer ein.» Entsprechend gross ist die Warteliste in Köniz: «In Kürze eröffnen wir bei den F-Junioren ein neues Team. Aber schon an Weihnachten wird es wieder eine Warteliste geben.»

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