«Aadorf ist ein schlechtes Pflaster»: Eltern und Schüler in Angst wegen Drohung
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«Aadorf ist ein schlechtes Pflaster»Eltern und Schüler in Angst wegen Drohung

Nach den Todesdrohungen in Aadorf TG fordern Eltern von der Polizei mehr Präsenz. Schon früher kam es zu Zwischenfällen an der Schule.

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juu/jeb
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Sekundarschüler in Aadorf haben Todesdrohungen erhalten. Sie waren laut einer Mitteilung der Schule «massiv und lebensbedrohend». Laut Kapo-Sprecher Matthias Graf sind Drohungen kein Schülerstreich und immer ernst zu nehmen.

Sekundarschüler in Aadorf haben Todesdrohungen erhalten. Sie waren laut einer Mitteilung der Schule «massiv und lebensbedrohend». Laut Kapo-Sprecher Matthias Graf sind Drohungen kein Schülerstreich und immer ernst zu nehmen.

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Die Drohungen gingen an Jungen und Mädchen und wurden per Zettel und Social-Media-Nachrichten verbreitet.

Die Drohungen gingen an Jungen und Mädchen und wurden per Zettel und Social-Media-Nachrichten verbreitet.

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Wie ein Vertrauter zu 20 Minuten sagt, sei mindestens zwei Schülern mit einem konkreten Todesdatum Mitte Februar gedroht worden.

Wie ein Vertrauter zu 20 Minuten sagt, sei mindestens zwei Schülern mit einem konkreten Todesdatum Mitte Februar gedroht worden.

schulenaadorf.ch

Nachdem Schulkinder auf Sekundarstufe in Aadorf TG mit dem Tod bedroht wurden, sind Eltern in Angst. Einige würden ihre Kinder nun zur Schule bringen und sie selbst auch wieder abholen, sagt eine Mutter. Sie glaubt, dass Mitschüler die Drohungen inszeniert haben: «Sie wollen Angst verbreiten und sich wichtig fühlen.»

Auch Eltern von jüngeren Kindern machen sich Sorgen. «Ich begleite mein Kind immer zur Primarschule und hole es wieder ab», sagt eine Mutter zu 20 Minuten. «Nur schon wegen der komischen, fremden Männer, die im Dorf herumstehen.» Sie mutmasst, dass es sich um Drogendealer handelt.

«Aadorf ist ein schlechtes Pflaster»

In den letzten Jahren seien die Probleme an der Schule in Bezug auf Drogen «viel grösser» geworden. Auch Diebstahl sei schon ein Thema gewesen, andere Schüler sollen mit Cannabis erwischt worden sein. Eine andere Mutter sagt, ihr sei aufgefallen, dass viele Jugendliche kiffen. «Im Dorf riecht es oft nach Marihuana.»

Ihr Kind sei in der Unterstufe, Drogen seien somit kein Thema. Sie überlege sich aber, später von Aadorf wegzuziehen. Für Jugendliche sei es «ein schlechtes Pflaster». Viele wüssten nicht, wo sie ihre Freizeit verbringen sollen und lungerten vor allem abends auf den Strassen herum und konsumierten Alkohol, obwohl sie noch nicht 16 Jahre alt seien. Die Mutter vermisst mehr Präsenz von der Polizei und der Gemeinde.

Amok-Drohung vor acht Jahren

Auch ein mit der Jugendarbeit in der Gemeinde Vertrauter sagt zu 20 Minuten, die Drogenproblematik an der Schule habe zugenommen. Ein Anwohner sagt, der Umgang der Schüler miteinander sei oft «ruppig und sehr gemein». Viele vermuten, dass Schüler hinter den Todesdrohungen stecken.

Matthias Graf von der Kantonspolizei Thurgau sagt: «Eine Drohung ist kein Schülerstreich.» Wer dahinterstecke, könne aber nicht gesagt werden. «Wir patrouillieren regelmässig in Aadorf, sowohl in Uniform als auch in Zivil», erklärt Graf. Punktuell gebe es auch Kontrollen wegen Drogen. Zudem: «Wenn wir Hinweise aus der Bevölkerung erhalten, gehen wir diesen nach.»

Einige Einwohner fühlen sich an einen Vorfall aus dem Jahr 2010 erinnert. Kurz vor Weihnachten hatte ein unbekannter Täter damals das Wort «Amok» auf die Mädchentoilette des Primarschulhauses gesprayt, zusammen mit einem konkreten Datum. Der Unterricht fand daraufhin unter massiver Polizeipräsenz statt.

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