Ein Punkt fehlte : Eltern von 13-Jährigem verklagen Gymi wegen Prüfungs-Fail
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Ein Punkt fehlte Eltern von 13-Jährigem verklagen Gymi wegen Prüfungs-Fail

Wegen eines fehlenden Punktes wäre Marc (13) fast nicht ans Gymi aufgenommen worden. Jedoch gingen er und seine Eltern rechtlich gegen das Prüfungsresultat vor.

von
Katja Fässler
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Knapp bestand ein 13-Jähriger die Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium nicht – die Bewertung erachteten er und seine Eltern als nicht gerechtfertigt. 

Knapp bestand ein 13-Jähriger die Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium nicht – die Bewertung erachteten er und seine Eltern als nicht gerechtfertigt.

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Nach Diskussionen beim Verwaltungsgericht über fragwürdige Korrekturschemata und anderen Unstimmigkeiten, wurde der Familie schliesslich Recht gegeben.

Nach Diskussionen beim Verwaltungsgericht über fragwürdige Korrekturschemata und anderen Unstimmigkeiten, wurde der Familie schliesslich Recht gegeben.

Verwaltungsgericht Kanton Zürich
Die beanstandete Prüfung absolvierte der 13-Jährige an der Kantonsschule Zürich Unterland. 

Die beanstandete Prüfung absolvierte der 13-Jährige an der Kantonsschule Zürich Unterland.

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Darum gehts

  • Einem 13-Jährigen fehlte nur ein Punkt für die Aufnahme ans Gymnasium.

  • Das knappe Resultat wollten er und seine Eltern nicht akzeptieren.

  • Der Fall ging ans Verwaltungsgericht.

Einwände gegen Resultate einer Gymi-Prüfung haben selten Erfolg. Nicht so im Fall des 13-jährigen Marc, der seine nicht bestandene Aufnahmeprüfung nicht akzeptieren wollte. Wegen eines fehlenden Punktes hatte er den Test nicht bestanden. Wie der «Tagesanzeiger» (Artikel kostenpflichtig) berichtet, wurde der Teenager nach erfolgreicher Klage beim Verwaltungsgericht doch noch zugelassen.

Zunächst beschwerte sich seine Mutter, eine Deutschlehrerin, bei der Kantonsschule Zürcher Unterland in Bülach, wo ihr Sohn die Prüfung absolviert hatte. Bei der Deutschprüfung konnte so noch etwas herausgeholt und der Notendurchschnitt etwas angehoben werden. Um zu bestehen, reichte dies aber noch nicht aus.

«Da lief zu viel schief»

«Ich bin kein Mami, das ihr Kind ständig pusht,», sagt die Mutter gegenüber der Zeitung, «aber bei der Bewertung dieser Prüfung lief zu viel schief.». Sie habe sogar ihr Arbeitspensum aufgestockt, um eine spezialisierte Anwältin finanzieren zu können.

Die Bemühungen führten schliesslich zum Erfolg: Nach Diskussionen beim Verwaltungsgericht über fragwürdige Korrekturschemata und anderen Unstimmigkeiten wurde der Familie schliesslich Recht gegeben. Dies, weil in einer Aufgabe nicht erwähnt wurde, dass bei Falschantworten Punktabzüge gemacht würden. «Primarschüler müssen grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass falsche Lösungszahlen zu einem Punkteabzug führen.», argumentiert das Gericht. Das widerspreche Treu und Glauben.

Mit dem einen Punkt, der schliesslich doch noch zählte, kann Marc seit Dezember eine Kantonsschule besuchen, nicht aber jene in Bülach, weil die Familie mittlerweile umgezogen ist. Er müsse nun einiges an Stoff nachholen, habe sich sonst aber gut und schnell integriert, so die Mutter.

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