Schweden - Eltern wollen Sohn «Wladimir Putin» nennen – Behörde sagt Nein
Publiziert

SchwedenEltern wollen Sohn «Wladimir Putin» nennen – Behörde sagt Nein

Ein Elternpaar in Schweden will seinen Sohn den Namen des russischen Präsidenten geben. Die Behörden schmettern jedoch die Anträge der Eltern immer wieder ab.

von
Karin Leuthold
1 / 3
Ronny hält seinen Sohn in den Armen. Er würde ihn gerne «Wladimir Putin» nennen, doch die schwedischen Behörden lassen das nicht zu.

Ronny hält seinen Sohn in den Armen. Er würde ihn gerne «Wladimir Putin» nennen, doch die schwedischen Behörden lassen das nicht zu.

Screenshot Aftonbladet
Dass ein Kind den Namen des russischen Staatsoberhaupts bekommt, falle in die Kategorie der «unangemessenen» Namen und sei damit nicht gestattet, so die Begründung.

Dass ein Kind den Namen des russischen Staatsoberhaupts bekommt, falle in die Kategorie der «unangemessenen» Namen und sei damit nicht gestattet, so die Begründung.

AFP
Dem Ablehnungsschreiben legte das Amt ein Formular für die Eintragung eines neuen Vornamens bei.

Dem Ablehnungsschreiben legte das Amt ein Formular für die Eintragung eines neuen Vornamens bei.

Anna-Tia Buss / Tamedia

Darum gehts

  • Ronny und Ann haben einen drei Monaten alten – namenlosen – Sohn.

  • Das Paar aus Schweden würde das Kind gerne «Wladimir Putin» nennen.

  • Doch die Behörden lassen das nicht zu.

Ronny und Ann, ein Elternpaar in Schweden, dürfen ihren Sohn nicht «Wladimir Putin» nennen. Das Standesamt lehnte am Montag den Namen des russischen Staatschefs ab – dieser falle in die Kategorie der «unangemessenen» Namen und sei damit nicht gestattet.

Vater Ronny und seine Frau stellten den Antrag zur Namensgebung gleich nach der Geburt ihres Kindes: «Wir sassen eines Abends zu Hause und der Kleine war sehr lebhaft. Wir haben gelacht, diskutiert und gesagt: Das ist ein Putin. Er weiss, was er will, und ist ein entschlossener Mensch›. So hat das angefangen», sagt Ronny. Doch schon bald wurden die Eltern von der Behörde enttäuscht – der Antrag wurde abgelehnt.

Ronny und Ann gaben nicht auf. «Wenn du ihn in echt siehst, wirst du sehen, dass es ein Putin ist», sagt Ronny zum schwedischen Portal «Aftonbladet». Sie stellten den Antrag Anfang September erneut. Inzwischen ist das Kind drei Monate alt –und namenlos, denn auch diesmal hiess es «Nej».

«Alle unsere Kinder haben seltsame Namen»

Der Antrag der Eltern sei unter anderem abgelehnt worden, weil «Putin» als Vorname wegen der Ähnlichkeit zu einem existierenden Nachnamen nicht erlaubt sei. Ausserdem: «Der Vorname darf die Person, die den Namen trägt, nicht beleidigen oder in Verlegenheit bringen oder aus irgendeinem Grund als unpassend angesehen werden», teilte die Behörde den Eltern mit.

«Warum sollte es beleidigend sein? Ich sehe darin absolut kein Problem. Wladimir ist Wladimir und Putin ist Putin. Wir werden dagegen Berufung einlegen und im schlimmsten Fall vor Gericht gehen», droht der Kindesvater.

Als er nach dem ersten abgelehnten Antrag bei der Behörde anrief und nachfragte, sei er von einem Angestellten ausgelacht worden, erzählt er. «Ich denke, das ist eine Beleidigung. Alle unsere Kinder haben seltsame Namen. Das ist das erste Mal, dass wir Probleme haben», so Ronny.

Dem Ablehnungsschreiben hatte das Amt ein Formular für die Eintragung eines neuen Vornamens beigelegt. Doch die Eltern können sich keinen anderen Namen für ihren Sohn vorstellen. «Warum sollte eine Behörde entscheiden, wie mein Sohn heissen soll?»

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

5 Kommentare