Basel: Elternpflicht: Der Kanton spricht erste Bussen aus
Aktualisiert

BaselElternpflicht: Der Kanton spricht erste Bussen aus

Der Kanton büsst erstmals renitente Eltern: Insgesamt sechs Familien sind betroffen.

von
Denise Dollinger

Das revidierte kantonale Schulgesetz, das Rechte und Pflichten der Erziehungsberechtigten regelt, ist seit einem Jahr in Kraft. Am Donnerstag nun gab das Basler Erziehungsdepartement bekannt, dass seit der Einführung sechs «Verletzungen von Elternpflichten» geahndet wurden. «Eine Familie wurde schon vor längerer Zeit mit 250 Franken gebüsst, weil sie ihr Kind ausserhalb der Ferien aus der Schule nahm», sagt Christoph Eymann, Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements. Bei den fünf anderen flatterte die Busse dieser Tage ins Haus. «Die Familien verboten ihren Töchtern, am Schwimmunterricht teilzunehmen», so Eymann. Insgesamt seien sieben muslimische Mädchen betroffen. Bevor die Geldstrafen von je 350 Franken pro Kind und Elternteil ausgesprochen wurden, habe man mehrfach «mit Engelszungen auf die Erziehungsberechtigten eingeredet».

Bei über 500 Mädchen der 1033 muslimischen Kinder, welche die Primarschule in Basel besuchen, sei der Schwimmunterricht aber kein Problem. «Tatsächlich gibt es auch keine religiöse Begründung, dem Unterricht fern zu bleiben», sagt Eymann und ergänzt: «In der Volksschule darf es keine Parallelgesellschaften geben.» Er ist überzeugt, dass die Bussenregelung eine Wirkung hat: «Die meisten Eltern reagieren bereits nach ersten Gesprächen.»

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