14.09.2016 16:05

Frauenfeld

Elterntaxis belagern nun auch Sportanlagen

Das Phänomen der Elterntaxis kennt man bisher vor allem bei Schulen. Nun greift es aber auch auf Sportanlagen über, wie das Beispiel der Frauenfelder Kleinen Allmend zeigt.

von
fej
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Die vorgesehenen Parkplätze...

Die vorgesehenen Parkplätze...

Stadt Frauenfeld
...für die Sportanlage Kleine Allmend...

...für die Sportanlage Kleine Allmend...

europlan-online.de
...sind selten, wie hier die Neuhofstrasse, mit Elterntaxis besetzt.

...sind selten, wie hier die Neuhofstrasse, mit Elterntaxis besetzt.

FC Frauenfeld

«Es wird immer schlimmer», sagt Urs Schmied, sportlicher Leiter des FC Frauenfeld, über die vielen Autos von Kicker-Eltern bei der Sportanlage Kleine Allmend in Frauenfeld TG. Der FC Frauenfeld hat eine Junioren-Abteilung mit über 400 Spielern. Viele unter ihnen werden von den Eltern regelmässig ins Training gefahren und wieder abgeholt. Auf dieses Phänomen, das man sonst von Schulen kennt, reagiert nun der Fussballverein.

«Die Sicherheit der Kinder, die zu Fuss oder mit dem Velo kommen, ist zunehmend gefährdet», sagt Schmied zur «Thurgauer Zeitung». Weil die Parkplätze auf der linken Strassenseite der Neuhofstrasse nicht ausreichen, stellen Mami oder Papi ihr Auto entweder rechts aufs Trottoir oder halten vor den korrekt parkierten Fahrzeugen auf der anderen Seite. «Das ist eine Einbahnstrasse. Das Wenden wird somit extrem erschwert», sagt Schmied.

FC reagiert mit Schreiben

Alternativen gebe es durchaus: Beim oberen Ende der Kleinen Allmend bietet ein Parkplatz genügend Platz für alle wartenden Eltern. «Leider scheinen viele entweder zu bequem zu sein oder einfach zu wenig Zeit zu haben», so Schmied. Deshalb habe man sich nun in einem Schreiben an Eltern, Funktionäre und Trainer gewandt und gebeten, zukünftig die vorgesehen Parkplätze zu benützen. «Falls es zu keiner Besserung kommen sollte, müssten wir zwei, drei Parkplätze für einen Wendeplatz opfern», sagt Schmied. Weitere bauliche Massnahmen schliesse er nicht aus.

Die Polizei weiss vom Problem auf der Kleinen Allmend. «Der Kantonspolizei Thurgau war das Phänomen Elterntaxi bisher in erster Linie vor Schulhäusern bekannt», so Sprecher Andy Theler auf Anfrage. In Frauenfeld sei die Polizei vom Verein auf die unhaltbare Parkierungssituation aufmerksam gemacht worden.

Bei Kontrollfahrten seien Lenkende, die ihr Fahrzeug im Parkverbot abgestellt und es verlassen hatten, gebüsst worden. Bei Autofahrern, die im Fahrzeug auf ihre Sprösslinge warteten, gingen die Beamten mit Augenmass vor: Sie wurden aufgefordert, die in unmittelbarer Nähe liegenden Gratis-Parkplätze zu benutzen.

Bei der Kantonspolizei St. Gallen kennt man Elterntaxis bisher nur bei Schulen.

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