Aktualisiert 18.05.2008 17:59

EM-Doppelsieg für Schweizer Mountainbiker

An der EM der Mountainbiker in St. Wendel (De) trumpften die Schweizer gross auf. Florian Vogel glückte die Revanche für die Disqualifikation im Team Relay vom Freitag mit dem Gewinn des EM- Titels. Christoph Sauser sicherte sich die Silbermedaille.

Schon am Samstag hatten Nino Schurter und Nathalie Schneitter die U23-Goldmedaillen gewonnen. Zusammen mit den beiden bronzenen Auszeichnungen durch Mathias Flückiger (U23) und den Junior Matthias Rupp gelang den Schweizern damit die Bestätigung, dass sie in allen Altersklassen mit der ausländischen Gegnerschaft mitzuhalten vermögen.

Für Nationalcoach Urs Graf hat sich das Luxusproblem vergrössert, dass er für die Olympischen Sommerspielen Peking zumindest bei den Männern über eine (zu) grosse Auswahl für die drei Startplätze verfügt. Vogel, Sauser, Schurter und Martin Gujan hatten die Kriterien schon vor diesen Titelkämpfen erfüllt. Neu kommt Ralph Näf hinzu. Der WM-Zweite erfüllte mit seinem 4. Platz die Vorgabe einer Klassierung unter den acht besten Bikern. Graf will vier Athleten mitnehmen. Fünf kommen im Moment in Frage, und Lukas Flückiger und Urs Graf haben die Selektionsrichtlinien zumindest im Weltcup einmal erfüllt. Der Entscheid fällt im Juni nach der WM im Val di Sole (It).

Im Rennen der Elite fiel in der sechsten Runde eine Vorentscheidung, als sich eine fünfköpfige Spitzengruppe mit Sauser, Vogel, Jakub Fuglsang (Dä), José Antonio Hermida (Sp) und Marco Fontana (It) bildete. Fontana erlitt einen Defekt und Hermida hatte die falschen Reifen, als plötzlich Regen einsetzte. So blieb nur das spätere Medaillentrio übrig. Vogel erhöhte das Tempo und und Fuglsang musste abreissen lassen. Auf den letzten 5 km holte Vogel auf einem zur Laufpassage gewordenen Abschnitt ein paar Meter Vorsprung heraus, den der in Mönchaltorf ZH wohnhafte Aargauer noch ausbauen konnte. Näf kam noch nahe an Fuglsang heran, konnte aber auch zu wenig offensiv agieren, weil er wie sein Teamkollege Hermida die falsche Reifenwahl getroffen hatte.

«Das war die richtige Antwort auf den unsportlichen Entscheid im Team Relay. Ich hatte mich von Anfang an stark gefühlt, war mir aber bis zur letzten Runde unsicher, ob ich gewinnen kann, weil ich nicht um die Stärke von Sauser wusste. Dieser EM-Titel stellt meinen grössten Erfolg dar», meinte Vogel. «In den kurzen Anstiegen war Florian stärker als ich. Ich bin mit meinem Rennen zufrieden. Es hat wieder mal Spass gemacht, die ganze Zeit an der Spitze zu fahren», meinte Sauser. Nur Ralph Näf zeigte sich weniger glücklich: «Mir lief es ausgezeichnet und ich war beinahe an Fuglsang dran, als der Regen einsetzte und mir einen Strich durch die Rechnung machte.»

Und Julien Absalon, von dem ein Duell gegen Hermida erwartet worden war? Der Franzose befand sich von Anfang an nie weiter vorne als in der zweiten Gruppe. «Das war überhaupt nicht mein Tag», lautete Absalons Erklärung, womit bewiesen ist, dass auch der Olympiasieger und mehrfache Weltmeister zu schlagen ist.

Bei den Frauen verteidigte Sabine Spitz (De) den Titel. Petra Henzi erreichte den 7. Platz und erfüllte damit ein weiteres Mal die Vorgabe für Peking. Die Aargauerin stürzte kurz nach dem Start wegen eines Schwenkers von Katrin Leumann und kam danach nie mehr ganz nach vorne.

Ein Wechselbad der Gefühle hatte Nino Schurter am Samstag erlebt. Der Bündner musste sich zwei Runden lang gedulden, bis er richtig in Fahrt kam. In der letzten Abfahrt holte Schurter einige Meter Vorsprung heraus und brachte diese Reserve bis ins Ziel. Nathalie Schneitter hingegen griff in der letzten Runde in einem kurzen, steilen Anstieg an und konnte so ihre letzte Begleiterin Tanja Zakelj (Sln) distanieren.

(si)

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