Aktualisiert 01.10.2010 17:14

USA

Emanuel geht, Rouse kommt

Nun ist es offiziell: Rahm Emanuel, der Staabschef des Weissen Hauses, räumt seinen Posten. Er wird vorerst ersetzt durch Obamas Berater Pete Rouse.

US-Präsident Barack Obama (links) verabschiedet seinen Stabschef Rahm Emanuel (rechts) im Weissen Haus in Washington. In der Mitte der interimistische neue Stabschef Pete Rouse.

US-Präsident Barack Obama (links) verabschiedet seinen Stabschef Rahm Emanuel (rechts) im Weissen Haus in Washington. In der Mitte der interimistische neue Stabschef Pete Rouse.

US-Präsident Barack Obama muss auf einen weiteren engen Berater verzichten. Stabschef Rahm Emanuel tritt von seinem Posten zurück, um für das Bürgermeisteramt von Chicago zu kandidieren. Dies bestätigte das Weisse Haus am Freitag.

Interimsstabschef wird Obamas langjähriger, enger Berater Peter Rouse. «Was wir erreicht haben, hätten wir ohne Rahm Emanuel nicht erreichen können», lobte Obama. Er sei ein «grossartiger Freund» und ein «herausragender Stabschef» gewesen. Rouse nannte der Präsident einen «weisen und geschickten Ratgeber».

Emanuels Abgang ist keine Überraschung: Er macht seit langem keinen Hehl daraus, dass es sein Lebenstraum wäre, in seiner Heimatstadt Bürgermeister zu werden. In den vergangenen Tagen hatten sich die Hinweise auf sein Ausscheiden verdichtet. Um bei den Wahlen anzutreten, muss er bestimmte Fristen einhalten.

Obama: «Jede Menge Probleme»

Jüngst hatte bereits Obamas Top-Wirtschaftsberater Lawrence Summers angekündigt, er wolle bald gehen, um wieder als Professor an der Universität Harvard zu lehren.

Erst vor wenigen Wochen musste der Präsident auch Christina Romer, die Leiterin seines ökonomischen Rates, ziehen lassen. Und kurz davor hatte der oberste Haushalts-Aufseher im Weissen Haus, Peter Orszag, den Job quittiert.

Obama steuert nun mit einem deutlich veränderten Berater-Team auf die Kongresswahlen am 2. November zu, bei denen der Verlust der demokratischen Mehrheit zumindest im Abgeordnetenhaus droht. «Rouse ist ein gewandter Problemlöser - das ist das Gute: Es gibt jede Menge Probleme zu lösen», sagte Obama.

Gegensätzliche Persönlichkeiten

Rahm Emanuel ist eine der einflussreichsten und auch schillerndsten Figuren Washingtons. Seine manchmal laute und aggressive Art brachte ihm den Spitznamen «Rahmbo» ein. Man werde sich an ihn als «kämpferischen Beschützer des Präsidenten» erinnern, schrieb die «Washington Post».

Rouse hingegen gilt als ruhiger Mann im Hintergrund, einer, der Probleme bereinigt, ohne viel Staub aufzuwirbeln. Kollegen berichten, seine Anwesenheit beruhige Situationen, er sei ein «ehrlicher Makler», der sich auch um ein gutes Verhältnis mit den unteren Rängen der Hierarchie bemüht. (sda)

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