Aktualisiert 26.09.2016 11:49

Schalke 04Embolo vergiesst Tränen

Kaum angekommen, schon Feuer unterm Dach: Der Schweizer Nationalspieler erfährt in diesen Tagen, was es heisst, Teil von Schalke 04 zu sein.

von
kai
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Tränen bei Breel Embolo: Dem Stürmer geht die Niederlage bei Hoffenheim sichtlich nahe. Naldo tröstet ihn.

Tränen bei Breel Embolo: Dem Stürmer geht die Niederlage bei Hoffenheim sichtlich nahe. Naldo tröstet ihn.

Thorsten Wagner
Auch Johannes Geis (r.) versucht, den Schweizer aufzurichten.

Auch Johannes Geis (r.) versucht, den Schweizer aufzurichten.

Thorsten Wagner
Embolo gelingt der Assist zum frühen 1:0, ...

Embolo gelingt der Assist zum frühen 1:0, ...

Thorsten Wagner

Angenehmes Arbeitsklima? – Nicht in Gelsenkirchen. Bei Schalke 04, dem Club der ständigen Unruhe, schwelen gewöhnlich gleich mehrere Brandherde. Kein anderer Bundesligist neigt derart zur Selbstzerstörung.

In dieser Saison hätte alles besser, ruhiger werden sollen. Dafür wollte Geschäftsführer Christian Heidel, im Mai von Mainz gekommen, sorgen. Dumm nur, dass die sportliche Entwicklung seinen Plan innerhalb eines Monats durchkreuzt hat. Schalke ist mit fünf Niederlagen in die Bundesliga gestartet – so schlecht wie noch nie in der Clubgeschichte. Die Luft: dick, sehr dick.

Die Tabelle als Warnung

Trainer Markus Weinzierl steht nach dem Absturz zwar noch nicht zur Debatte, dafür hat sich der Manager die Spieler zur Brust genommen – ein probates Mittel, um den Coach vorerst aus der Schusslinie zu nehmen. «Die Realität ist beim Team noch nicht angekommen», sagte Heidel am Sonntag nach dem 1:2 bei Hoffenheim. «Ich weiss, was Abstiegskampf bedeutet. Das scheint nicht bei allen der Fall zu sein.» Um den Ernst der Lage klarzumachen, greift er zu einer banalen Massnahme: «Ich werde die Tabelle kopieren, vergrössern und in die Kabine hängen.»

Was Heidel überaupt nicht goutiert, ist, wie gleichgültig einige Profis die Niederlagenflut hinnehmen. «Wenn ich sehe, dass die ersten Spieler schon fünf Minuten nach dem Spiel wieder beim Essen stehen, dann fasse ich mir an den Kopf. Ich kann heute nichts mehr essen», sagte er im Anschluss an den Match in Sinsheim.

Trost von den Kollegen

Die sportliche Krise nimmt auch Breel Embolo mit. Der mit 22,5 Millionen Euro teuerste Erwerb der Vereinsgeschichte brachte mit seinem Assist zum 1:0 zwar erstmals Zählbares zustande, am Ende blieb dennoch der Frust. Der 19-Jährige, der noch in der Eingewöhnungsphase ist und trotzdem schon mediale Prügel für seine durchwachsenen Leistungen bezog, vergoss nach dem Schlusspfiff Tränen, Teamkollegen spendeten Trost.

Wenigstens den Vorwurf, die Krise gehe ihm nicht nahe, muss sich der Nationalstürmer nicht gefallen lassen.

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