«Ein sonniges Gemüt»: Embolos überragende Leistung ging unter
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«Ein sonniges Gemüt»Embolos überragende Leistung ging unter

Der Klassiker hatte es in sich: Sechs Gelbe und zwei Rote Karten, Tumulte wie im Eishockey und ein 5:1-Sieg des FCB gegen den FCZ mit drei Toren von Breel Embolo.

von
Eva Tedesco

FCB-Captain Marco Streller spricht im Video-Interview über den 5:1-Sieg gegen den FCZ, die Platzverweise, die Gala von Breel Embolo und eine Vorentscheidung. (Video: 20 Minuten)

Phänomenal – oder «fantastic», wie FCB-Trainer Paulo Sousa zu sagen pflegt, was der erst 18-jährige FCB-Angreifer für eine Gala gegen den FCZ abgeliefert hat. Mit drei Treffern und einer Vorlage hat Breel Embolo den FCZ fast im Alleingang abgeschossen. Und es ist bitter und schade, dass diese grossartige sportliche Performance durch die unschönen Ereignisse getrübt wurde, die im Sport nichts zu suchen haben.

Beim FCB freute man sich aber riesig für den Youngster, der zum zweiten Mal in seiner jungen Karriere drei Treffer in einem Spiel geschafft hat. Premiere feierte der Youngster im September 2014 im Cup gegen Winterthur (4:1). Marco Streller: «Ich freue mich fast mehr für Embolo als über eigene Tore. Er ist so ein sonniges Gemüt und ich gönne ihm das von Herzen. Er hat das hervorragend gemacht.» Streller über seinen möglichen Nachfolger im FCB-Sturm weiter: «Er hat eine saugute Form und ich freue mich sehr, dass wir jetzt auch zusammen auf dem Platz stehen können. Er kommt eher über die Seite und da kann er seine ganze Dynamik und Geschwindigkeit ausspielen. Es ist eine wahre Freude, ihm zuzusehen.»

Ein fantastischer Junge

Am Sonntag erzielte Embolo (45., 47., 78.) das 2:0, 3:0 und 4:1, nachdem Gashi (24.) den FCB nach einem Delgado-Corner in Führung gebracht hatte. Tor Nummer 5 erzielt der FCZ gleich selbst: Djimsiti spitzelt den Ball am eigenen Goalie vorbei ins Tor. Sousa über Embolo: «Er ist ein fantastischer Junge, der eine grosse Entwicklung in dieser Saison hinter sich hat. Er versteht es inzwischen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und er hat sich auch einen gewissen Status in der Kabine erarbeitet».

Drei Tore gegen den FCZ, acht Saisontreffer in der Liga, zwölf insgesamt in allen Pflichtspielen, zehn Assists und der Einstand in der A-Nationalmannschaft im Test gegen die USA – was ist das für eine Saison für den jungen Mann! Die Wermutstropfen (je eine Ampelkarte im Cup in St. Gallen und in der U21-Nati gegen Italien) sind dem jugendlichen Übermut geschuldet und seien ihm verziehen.

Eine «gewisse» Vorentscheidung

Aber nicht nur Embolo zeigte sich zuletzt in Torlaune. Der FCB schloss die englische Woche mit dem Cup-Halbfinal in St. Gallen (3:1) und den Meisterschaftspartien gegen Aarau (6:0) und den FCZ (5:1) mit einem Torverhältnis von 14:2 ab. Und weil YB, der einzig verbliebene Konkurrent um den Titel, am Samstag gegen St. Gallen 1:3 versagte, liegt der Serienmeister in der Tabelle schon zehn Punkte vor den Bernern. Der Barfi-Balkon kann getrost gebucht werden. Denn die Frage ist nicht ob, sondern wann Rotblau die sechste Meisterschaft in Folge festmacht.

«Es ist ein grosser Schritt, dass wir vom Ausrutscher der Berner profitiert haben. In der Vergangenheit war es eher so, dass wenn unser Verfolger gepatzt hat, wir auch nicht das Punktemaximum geholt haben. In Anbetracht dessen, dass wir zehn Punkte Vorsprung und noch das Direktduell gegen YB zuhause haben, ist sicher eine gewisse Vorentscheidung gefallen», so Streller.

Das «gewisse» vor dem Wort Vorentscheidung hätte der rotblaue Captain getrost weglassen können. Die 27. Runde mit der Berner Pleite und dem Basler Sieg war definitiv eine Vorentscheidung.

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