Aktualisiert 11.03.2014 12:23

Abstimmung StänderatEmbryos dürfen nicht aussortiert werden

Der Ständerat will Untersuchung von Embryos auf Chromosomenstörungen nicht zulassen. Er lehnte einen Antrag seiner Wissenschaftskommission ab.

Der Ständerat will, dass kranke Embryos künftig aussortiert werden dürfen.

Der Ständerat will, dass kranke Embryos künftig aussortiert werden dürfen.

Der Ständerat will bei der Präimplantationsdiagnostik das so genannte Aneuploidie-Screening nicht zulassen. Er lehnte einen Antrag seiner Wissenschaftskommission (WBK) mit 22 zu 18 Stimmen bei 2 Enthaltungen ab.

Beim Aneuploidie-Screening werden Embryos nicht nur auf bestimmte Erbkrankheit wie etwa Zystische Fibrose untersucht, sondern auch auf numerische Chromosomenstörungen. Solche Tests würden es beispielsweise erlauben, vor der Einpflanzung in den Mutterleib Embryos auszusondern, die eine Trisomie 21 (Down-Syndrom) aufweisen.

Gemäss dem Antrag der WBK wäre das Aneuploidie-Screening allen Paaren zugänglich gewesen, die auf künstliche Befruchtung zurückgreifen können - rund 6000 pro Jahr. Von den vom Bundesrat vorgeschlagenen Tests könnten 50 bis 100 Paare pro Jahr profitieren.

Paradoxer Vorgang

Einer Minderheit im Ständerat schien es paradox, ein Embryo in die Gebärmutter einzupflanzen, um es dann später in der Schwangerschaft wegen einer Chromosomenstörung abzutreiben. Im Rahmen der Pränataldiagnostik ist die Untersuchung des Kindes im Mutterleib nämlich erlaubt.

Eine Mehrheit hatte dagegen grundsätzliche Bedenken: Die Frage nach dem Schutz des Lebens stelle sich bei einem Kind im Mutterleib anders als bei einem Embryo auf der Petrischale, sagte Ivo Bischofberger (CVP/AR). Er warnte auch vor dem gesellschaftlichen Druck auf Paare, das Screening durchzuführen, um ein möglicherweise behindertes Kind zu verhindern.

Der Bundesrat lehnt das Aneuploidie-Screening ebenfalls ab. Damit eröffne man die Möglichkeit, Embryos auf bestimmte Eigenschaften zu untersuchen, warnte Gesundheitsminister Alain Berset. Mit der Zulassung dieser Tests gehe man einen Schritt zu weit. «Man kann die Diskussion führen, man muss sich aber auch die Konsequenzen vor Augen halten», sagte Berset mit Blick auf eine Abstimmung über die Vorlage. (sda)

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