Frisches Trinkwasser: Emirate wollen Eisberge vor die Küste holen
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Frisches TrinkwasserEmirate wollen Eisberge vor die Küste holen

Eine Firma aus Abu Dhabi will Eisberge aus der Antarktis abtransportieren, um Trinkwasser zu gewinnen. Die Araber träumen sogar von Eisbären in der Wüste.

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Die Emirate wollen Eisberge aus der Antarktis abschleppen. Dieser Werbeclip zeigt, wie das gehen soll. (Video: Webvideo Tamedia)

Ein in Abu Dhabi domiziliertes Unternehmen will Eisberge aus der Antarktis an die Westküste der Arabischen Emirate befördern. Das hätte gleich mehrere positive Effekte: Man könnte so Trinkwasser gewinnen, für etwas Abkühlung sorgen – und eine schwimmende Eisscholle vor der arabischen Küste würde eine nie da gewesene Touristenattraktion darstellen.

Wie «Gulf News» berichtet, soll schon Anfang 2018 der erste Eisberg abgeschleppt werden. «Wir haben das Projekt mit einem Simulator berechnet und mögliche Routen geprüft. Es ist machbar», sagt Abdullah Mohammad Sulaiman Alshehi, der hinter dem Projekt steckt.

Auf einen Schlag 76 Milliarden Liter Wasser

Laut den Berechnungen des Simulators dürfte es ein Jahr dauern, bis ein riesiger Eisberg vom Südpol nach Fudschaira abgeschleppt ist. Dafür gibt es dann rund 76 Milliarden Liter reines Wasser. Das sei genug, um eine Million Menschen über fünf Jahre zu versorgen, so Initiator Alshehi.

Die erhofften positive Auswirkungen auf den Tourismus beflügeln bereits die Fantasie: In einem Werbeclip seiner Firma ist eine Eisscholle vor der arabischen Küste zu sehen, auf der sich Eisbären und Pinguine tummeln, während sich Feriengäste am Strand sonnen.

Die den Eisberg umgebende kühle Luft würde auch für mehr Regen sorgen. Dies wiederum könnte den ewigen Traum der Araber erfüllen, in einer grünen Oase zu leben. Welche Folgen das Projekt auf die Umwelt haben könnte, dazu schweigt Alshehi.

Sehnsucht nach Schnee

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind für ihre Sehnsucht nach Schnee und Kühle bekannt: In Dubai steht der grösste Indoor-Snowpark der Welt. Eislaufbahnen, mehrere Ski- und Snowboardpisten, ein Aquarium gefüllt mit Eselspinguinen und Eisbären – und Temperaturen von minus zwei Grad Celsius, während draussen die Sonne auf den Sand brennt.

Das ist die geplante Eisberg-Route:

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