Der französische Präsident fühlt sich hintergangen - Emmanuel Macron sagt Treffen mit Bundespräsident Guy Parmelin ab
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Der französische Präsident fühlt sich hintergangenEmmanuel Macron sagt Treffen mit Bundespräsident Guy Parmelin ab

Weil die Schweiz beim Kauf von Kampfjets auf die amerikanischen F-35 setzt, gibts aus Frankreich eine Absage: Ein seit sechs Monaten geplanter Staatsbesuch wird nun nicht stattfinden.

von
Samina Stämpfli
Mit Emmanuel Macron spasst man nicht: Weil die Schweiz auf US-Kampfjets geht, hat er Guy Parmelin zu einem Treffen im November wieder ausgeladen. 

Mit Emmanuel Macron spasst man nicht: Weil die Schweiz auf US-Kampfjets geht, hat er Guy Parmelin zu einem Treffen im November wieder ausgeladen.

REUTERS

Darum gehts

  • Weil sich die Schweiz zum Kauf von amerikanischen F-35-Kampfjets entschieden hatte, fühlt sich der französische Präsident Emmanuel Macron hintergangen.

  • Dies, weil die Schweiz schon während der Verhandlungen gewusst hätte, dass sie sich für die US-Jets entscheiden werde.

  • Als Folge darauf hat Macron den Bundespräsidenten Guy Parmelin zu einem Treffen im November wieder ausgeladen.

Eigentlich hätte Bundespräsident Guy Parmelin im November nach Paris zu einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron reisen sollen. Daraus wird jetzt aber nichts, wie die «Sonntagszeitung» berichtet. Parmelin wurde durch den französischen Botschafter in Bern, Frédéric Journès, quasi ausgeladen.

Der Diplomat suchte kürzlich das Aussendepartement auf und überbrachte den verdutzten Schweizerinnen und Schweizern die Nachricht, dass es kein Treffen mit Macron geben werde. Auslöser war laut Diplomaten Berns Verhandlungsführung in Sachen Kampfjet-Beschaffung. Frankreich fühle sich von der Schweiz hintergangen, weil die Schweizerinnen und Schweizer schon während der Verhandlungen mit der französischen Seite gewusst hätten, dass sich Bern für die amerikanische F-35 entscheiden werde.

Vorfall könnte die Beziehungen zur EU belasten

Dies könnte nicht nur die Staatsbeziehung zwischen der Schweiz und Frankreich belasten, sondern auch jene zur EU, da Macron im ersten Halbjahr 2022 als Ratspräsident fungieren wird. Auf Anfrage der «Sonntagszeitung» relativiert das Wirtschaftsministerium den Vorfall: «Da der Besuch noch nicht definitiv vereinbart wurde, handelt es sich nicht um eine Absage eines bestätigten Termins.» Das letzte Treffen liegt bereits drei Jahre zurück: Im September 2018 hatte sich der damalige Bundespräsident Alain Berset mit Macron getroffen.

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