Sex-Symbol: «Emmanuelle» ist tot
Aktualisiert

Sex-Symbol«Emmanuelle» ist tot

Sie war der feuchte Traum der 70er-Jahre. Jetzt ist sie dem Krebs erlegen: «Emmanuelle»-Darstellerin Sylvia Kristel ist 60-jährig gestorben.

von
Niklaus Riegg

Sie hat wohl mehr zur Aufklärung einer ganzen Generation beigetragen als jahrelange Sexualkunde in den Schulen: Sylvia Kristel, besser bekannt als «Emmanuelle». Nun ist die Erotikdarstellerin tot, sie erlag einem Krebsleiden.

Im Juli wurde Kristel nach einem Schlaganfall ins Spital eingeliefert. Damals meinte ihr Sohn Arthur gegenüber «Het Laatse Nieuws»: «Ich wünschte, ich könnte sagen, dass es noch Hoffnung auf eine schnelle Genesung gibt. Aber wir müssen realistisch sein.» Diese pessimistische Einschätzung sollte sich bewahrheiten: Nur wenige Wochen später ist Kristel 60-jährig an einem Kopf-Hals-Karzinom gestorben. Laut der Sprecherin ihrer Agentur, Marieke Verharen, starb Kristel in der Nacht zum Donnerstag «im Schlaf».

Internationaler Erfolg

1974 wurde Kristel auf einen Schlag weltbekannt: Der erste «Emmanuelle»-Streifen mit ihr in der Titelrolle war ein riesiger internationaler Erfolg. In Paris lief der Film über die sexuellen Abenteuer einer jungen Frau in Asien unfassbare acht Jahre in den Kinos und zog über drei Millionen Zuschauer an. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass danach unzählige Fortsetzungen und nicht autorisierte Ableger folgten. Die erfolgreichsten waren aber die fünf Ausgaben mit Kristel. «Emmanuelle» war lange Zeit die erfolgreichste französische Produktion überhaupt.

Unglückliche Ehen, miese Verträge, Kokain

Kristel hatte eine schwierige Jugend: In ihrer Autobiographie «Nue» schrieb sie, dass sie im Alter von neun Jahren in einem Hotel von einem älteren Mann sexuell missbraucht wurde. Als sie vierzehn Jahre alt war, liessen sich ihre Eltern scheiden: «Das war das traurigste, was mir je passiert ist», liess sich die Niederländerin zitieren.

Im Alter von 17 Jahren begann Kristel zu Modeln, 1973 wurde Miss TV Europe. Auch nach dem Erfolg von «Emmanuelle» blieb Kristel den erotischen Rollen treu. In «Lady Chatterley's Lover» (1981) und «Mata Hari» (1985) spielte Kristel die Titelrolle. Insgesamt spielte sie in über 50 Filmen als Haupt- oder Nebendarstellerin auf.

Trotz dem beruflichen Erfolg, privat lernte sie die Schattenseiten des Lebens kennen: Sie war jahrelang kokainabhängig, hatte drei unglückliche Ehen hinter sich und wurde bei Filmverträgen immer wieder übers Ohr gehauen. Für den Grosserfolg «Private Lessons» bekam sie etwa nur 150 000 Dollar Gage, ihr damaliger Agent sahnte Millionen ab.

Sylvia Kristel bei ihrem ersten Auftritt in «Emmanuelle»:

(Quelle: YouTube.com/aldymarzio)

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