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Emmi: Am Chlaustag erfolgt der Börsengang

Seit gestern liegen die Aktien des Milchproduzenten Emmi zur Zeichnung auf. 100 Millionen Franken sollen in die Kassen fliessen – zirka gleich viel wie die jährlichen Subventionen.

Emmi, der grösste Milchproduzent und Nahrungsmittelexporteur der Schweiz, bietet bis zu einer Million Aktien mit einem Nennwert von 10 Franken an. Der Preisrahmen liegt zwischen 90 und 100 Franken. Die Zeichnungsfrist dauert noch bis zum 3. Dezember. Am 6. Dezember erfolgt dann der Börsengang. Mit der Geldspritze will Emmi seine Chancen im liberalisierten europäischen Milchproduktemarkt durch innovative Produkteentwicklungen verbessern. Der Auslandumsatz betrug 2003 über 435 Millionen Franken.

Dass Emmi als Bauernbetrieb Subventionen erhält, stört vor allem die Konsumentenschützer. Es versickere zu viel Geld, ohne einen Nutzen für den Konsumenten zu generieren. Im Jahr 2003 erhielt Emmi 100 Millionen Franken Unterstützung vom Bund, also etwa gleich viel wie das IPO bringen soll. Davon waren 20 Millionen Franken Exporthilfe für Sortenkäse, 20 Millionen stützten den Absatz von Milchpulver, 30 Millionen flossen als Verkäsungszulage und 30 Millionen verbilligten die Butter. Emmi selbst sieht in den Zulagen nichts Anrüchiges. Das Geld werde direkt an die Bauern weitergeleitet. Für den Konzern sei das ganze ein Nullsummenspiel.

(mhb)

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