Emmi-Gewinnentwicklung gebremst
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Emmi-Gewinnentwicklung gebremst

Die Integration der Mittelland Molkerei hat im ersten Halbjahr 2006 die Gewinnentwicklung des führenden Schweizer Milchverarbeiters Emmi gebremst.

Bei kräftig erhöhtem Umsatz stieg der Halbjahresgewinn im Vorjahresvergleich um 0,6 Prozent auf 20,5 Millionen Franken. Für den Rest des Jahres herrscht Optimismus.

Konzernchef Walter Huber führte den enttäuschenden Gewinnausweis an einer Telefonkonferenz vor allem auf die Integration der Mittelland Molkerei AG zurück. Die Integration drückte auf Grund tieferer Margen aus deren Produkten und noch nicht realisierter Synergieeffekte denn auch auf die Reingewinnmarge, die im Vorjahresvergleich von 2,1 auf 1,9 Prozent abnahm. Synergieeffekte werden vom zweiten Halbjahr 2006 an spürbar, wie Huber versicherte.

Die schleppende Gewinnentwicklung des Emmi-Konzerns verpasste die Erwartungen der Finanzanalysten klar, die Emmi ein besseres Resultat zugetraut hatten. Es fehle Emmi noch etwas «Energy», kommentierte die Zürcher Kantonalbank in Anspielung an den gleichnamigen Emmi-Drink.

Immerhin trug die Integration des Betriebs der AZM Aargauer Zentralmolkerei in die Mittelland Molkerei per 1. April zu kräftigem Wachstum des Konzernsumsatzes bei. Der Nettoumsatz von Emmi stieg gegenüber dem ersten Semester 2005 um 13 Prozent auf 1,087 Milliarden Franken. Das organische Wachstum bezifferte Emmi-Finanzchef Reto Conrad an der Telefonkonferenz auf 5,2 Prozent. Wachstumsimpulse kamen auch vom Auslandgeschäft - vor allem mit Frischprodukten - und von der positiven Entwicklung des Käsegeschäftes, wie Huber sagte. Der Personalbestand des Emmi-Konzerns wuchs um 16 Prozent auf 3.146 Vollzeitbeschäftigte.

Für das ganze Jahr sieht sich Emmi auf Zielkurs. Huber bekräftigte die bisherige Prognose, wonach der Umsatz im Vorjahresvergleich um 15 Prozent wachsen dürfte. Die Gewinnmarge soll auf 2,0 bis 2,5 Prozent erhöht werden.

Finanzanalysten und Anleger zeigten sich vom Zwischenbericht enttäuscht. An der Schweizer Börse sank der Emmi-Kurs zeitweise um gut drei Prozent und stand bei Handelsschluss mit 156,90 Franken noch 1,9 Prozent tiefer als vergangenen Freitagabend. (dapd)

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