Milchindustrie: Emmi steigert Gewinn um 28,3 Prozent
Aktualisiert

MilchindustrieEmmi steigert Gewinn um 28,3 Prozent

Der grösste Schweizer Milchverarbeiter Emmi hat im vergangenen Jahr den Konzerngewinn um 28,3 Prozent auf 75,3 Mio. Fr. gesteigert. Dies verdankt das Unternehmen vor allem einem deutlich besseren Finanzergebnis.

Verwaltungsratspräsident Konrad Graber sprach am Mittwoch in Luzern von einer «soliden Leistung», die in einem schwierigen Umfeld vollbracht worden sei. Emmi habe sich auf die richtigen Produkte und Märkte konzentriert und die Kosten im Griff gehalten.

Der Bruttogewinn stieg um 4,1 Prozent auf 852 Mio. Franken, dies weil die Wertschöpfungskette verlängert werden konnte. Weniger stark wuchs der Betriebsaufwand, nämlich um 1,3 Prozent auf 645,2 Mio. Franken.

Der Betriebserfolg (EBIT) nahm um 6,8 Prozent auf 109 Mio. Fr. zu. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 3,8 Prozent auf 4,2 Prozent. Dank eines besseren Finanzergebnisses und einem weiterhin tiefen Steuersatz verblieb ein deutlich grösserer Gewinn als 2008. Die Dividende wird um 40 Rappen auf 3 Fr. pro Aktie erhöht

Tiefer Milchpreis

Allerdings verringerte sich der Umsatz 2009 um 1,9 Prozent auf 2,619 Mrd. Franken. Werden die Akquisitionen und Währungseinflüsse berücksichtigt, beträgt das Minus 4,4 Prozent. Emmi-Direktor Urs Riedener betonte, dass der Umsatz aber über dem von 2007 liege.

Der Hauptgrund des Umsatzrückganges liegt im Milchpreis, der wegen einer weltweiten Überproduktion rapide gesunken ist. 2008 kostete ein Kilogramm Industriemilch 76.6 Rappen, 2009 noch 62.8 Rappen. Doch auch die Menge verarbeiteter Milch ging zurück, und zwar von 963 Mio. Kilogramm 2008 auf 904 Mio. Kilogramm im letzten Jahr.

Erstmals erzielte Emmi über 25 Prozent des Umsatzes ausserhalb der Schweiz. In einigen Jahren sollen es 50 Prozent sein. Emmi wolle mit Premiumprodukten ein internationaler Player werden, erklärte Riedener. Als Beispiel nannte er Caffé Latte, von dem 70 Millionen Becher abgesetzt wurden, mehr als die Hälfte davon im Ausland.

Emmi exportiert heute die Milch von rund 2800 Betrieben und verkauft Produkte in 70 Ländern. Schwerpunkt ist das benachbarte Ausland, Grossbritannien und die USA. Riedener unterstrich die Bedeutung des Auslands für die Milchbauern damit, dass jedes dritte Kilogramm Schweizer Milch direkt oder über die Industrie exportiert wird.

Unterschiedliche Entwicklungen

In der Schweiz sank der Umsatz um 4,9 Prozent knapp unter die Zwei-Milliarden-Grenze. Wird der Kauf der Genfer Nutrifrais berücksichtigt, beträgt das Minus 5,4 Prozent. Die Menge ging um 2,5 Prozent zurück.

Anders präsentiert sich die Situation im Ausland. Hier wuchs der Umsatz um 7,9 Prozent auf 675 Mio. Franken. Werden die Währungseffekte und Akquisitionen (US-Firma Roth) miteinbezogen, beträgt das Minus 1,5 Prozent. Die Menge nahm um 2,1 Prozent zu.

Bis auf den Schmelzkäse musste Emmi in der Schweiz in allen Sparten Umsatzeinbussen hinnehmen. Im Ausland legte der Naturkäse zu und das Milchpulver. Bei letzterem handelte es sich um überschüssige Milch, die Emmi im Ausland verkaufte.

Im laufenden Jahr hat sich Emmi das Ziel gesetzt, Umsatz und Profitabilität im Rahmen des Vorjahres zu halten.

(sda)

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