Aktualisiert 18.12.2008 21:28

BundesratEmpfang rührt Ueli Maurer

Der neue Bundesrat Ueli Maurer ist in Zürich und seiner Wohngemeinde Hinwil ZH ausgiebig gefeiert worden. Mindestens 1500 Einwohner begrüssten in Hinwil «ihren Ueli», der ein Bad in der Menge nahm. Seine Rührung war offensichtlich.

Bundesrat Maurer und zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Militär waren kurz nach 14.30 Uhr per Extrazug von Bern nach Zürich gekommen. Hier warteten der vollzählige Regierungsrat und eine Delegation des Stadtrates. Gemeinsam fuhr die Gesellschaft dann in die Tonhalle, wo auf Wunsch Maurers die Feier stattfand.

Er heisse ihn «mit ausgestreckter Hand in unserem Gremium willkommen», sagte der Bundespräsident 2009, Hans-Rudolf Merz, in der Zürcher Tonhalle. Er kenne Maurer schon seit langem aus der Finanzkommission.

Mit Kämpferherz und Spürsinn

Er habe ihn dort als unaufgeregte, klare und verbindliche Person kennengelernt, deren Wort Gewicht habe. Mit seiner Bodenständigkeit, seinem Kämpferherz und seinem politischen Spürsinn werde Maurer eine Bereicherung des Bundesrates sein, sagte Merz.

Zuvor hatten der Regierungspräsident des Kantons Zürich, Markus Notter (SP) und Stadtpräsident Elmar Ledergerber (SP) den neuen Zürcher Bundesrat willkommen geheissen.

Nach einem vom Stadtrat offerierten Apéro zog die Gesellschaft weiter ins Zürcher Oberland in Maurers Heimatgemeinde Hinwil. Kaum aus dem Extrazug aus Zürich ausgestiegen, wurde er von mindestens 1500 begeisterten Einwohnern und ehemaligen Weggefährten empfangen.

Mehrere Musikgesellschaften, der Langlauf-Club, Trachtenfrauen und schreiende Kinder begleiteten ihn auf dem Weg zum Dorfplatz. Ein Bad in einer solch begeisterten Menge war für den neuen Bundesrat sichtlich ungewohnt. Sein Winken war am Anfang noch etwas zurückhaltend, seine Rührung aber offensichtlich.

In seiner Rede auf dem Dorfplatz musste er zugeben, dass er das Pokerface, das er sonst in der Politik häufig aufsetze, heute Abend einfach nicht hinkriege. «Nach Hause kommen ist einfach das Schönste», sagte er und liess einen seiner lauten Jauchzer folgen. «Ich bin einfach überwältigt.»

«Einer von hier»

Gemeindepräsident Walter Bachofen zeigte sich in seiner Rede sehr stolz, dass «einer von hier» zum Bundesrat erkoren worden sei und beschrieb Maurer als umsichtig und bürgernah. «Unser Ueli wurde schon damals, als er noch Gemeinderat war, als Kandidat für höhere Ämter gehandelt», sagte Bachofen.

Nach der Feier auf dem Dorfplatz verabschiedeten sich die geladenen Gäste und fuhren mit Extrabussen in das Armee- Logistikzentrum. Dort liess sich Maurer weiter feiern - bei Kalbsbraten, Ratsherrentorte und Violin-Musik seiner Tochter Sidonia.

Mit von der Partie war auch die neue Bundesratsgattin, Maurers Ehefrau Anne-Claude, die sich bisher aus der Öffentlichkeit fernhielt. Für Fragen stand sie allerdings nicht zur Verfügung.

SVP-Präsident Toni Brunner erinnerte in seiner Rede daran, dass Maurer von seinen Gegnern oft als «Ueli, der Knecht» verspottet wurde. «Die haben den Gotthelf aber alle nicht fertig gelesen», sagte Brunner.

Denn beide Uelis seien grundehrlich, könnten anpacken und hätten sich aus einfachsten Verhältnissen hochgearbeitet.

(dapd)

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