BGH prüft diverse Influencer Posts - Empfiehlst Du noch oder wirbst Du schon?
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BGH prüft diverse Influencer PostsEmpfiehlst Du noch oder wirbst Du schon?

Bereits seit mehreren Jahren ist die korrekte Deklarierung von Werbung in den sozialen Medien ein Thema. Nun prüft der Bundesgerichtshof in Karlsruhe erneut diverse Posts von Influencerinnen und Influencern auf potentielle Regelverstösse.

von
Antonia Stickdorn
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Die Mode-Influencerin Leonie Hanne ist eine der Influencerinnen, die aktuell vom Bundesgerichtshof in Deutschland geprüft werden. Ihre Reichweite ist riesig. Sie zählt über 3,5 Millionen Followerinnen und Follower zu ihrer Community.

Die Mode-Influencerin Leonie Hanne ist eine der Influencerinnen, die aktuell vom Bundesgerichtshof in Deutschland geprüft werden. Ihre Reichweite ist riesig. Sie zählt über 3,5 Millionen Followerinnen und Follower zu ihrer Community.

Instagram/leoniehanne
Auch Fitness-Influencerin Luise Huss wird vorgeworfen Schleichwerbung betrieben zu haben.

Auch Fitness-Influencerin Luise Huss wird vorgeworfen Schleichwerbung betrieben zu haben.

Instagram/lu_coaching
Die Dritte im Bunde ist die Frau des Profifussballers Mats Hummels. Cathy Hummels zählt 610’000 Followerinnen und Follower auf Instagram.

Die Dritte im Bunde ist die Frau des Profifussballers Mats Hummels. Cathy Hummels zählt 610’000 Followerinnen und Follower auf Instagram.

Instagram/cathyhummels

Darum gehts

  • Aktuell werden Posts der Influencerinnen Cathy Hummels, Leonie Hanne und Luisa Huss geprüft. Sie haben potenziell gegen Vorschriften verstossen.

  • Der Bundesgerichtshof (BGH) strebt ein Grundsatzurteil für die gesamte Branche an.

  • Auch Fitfluencerin Pamela Reif hofft auf einen Freispruch.

Wann müssen Influencer-Posts überhaupt als Werbung gekennzeichnet werden?

Es ist häufig schwer zu erkennen, ob Influencerinnen und Influencer Produkte im privaten Rahmen testen und aufgrund persönlicher guter Erfahrungen empfehlen oder ob ein kommerzieller Gedanke hinter der Kommunikation steckt. Seit Januar 2021 hat man sich in Deutschland auf einen Gesetzesentwurf geeinigt, der genau das regeln soll. Sobald eine Gegenleistung erhalten wurde, in Form einer finanziellen Entlohnung oder auch eines Produktgeschenkes, muss der betroffene Post entsprechend als Werbung gekennzeichnet werden.

In der Schweiz sieht es ein wenig anders aus. Wie in der Handelszeitung berichtet wurde, sei Schleichwerbung auch dann verboten, wenn keine Gegenleistung erbracht wurde, denn «Influencer dürfen ihr Publikum nicht täuschen».

Auch abseits klassischer Influencerinnen und Influencer gelten diese Regeln. Schmerzlich hat Roger Federer dies 2019 erfahren. Auch 20 Minuten berichtete über potenzielle Schleichwerbung, die von ihm und weiteren Menschen des öffentlichen Lebens betrieben wurde. Schlussendlich konnte auch Federer aufatmen, da es sich durch sein sportliches Umfeld um eine klare kommerzielle Kommunikation gehandelt habe, wie der SRF berichtet.

Vorwurf Schleichwerbung für viele Influencerinnen und Influencer

Neben den drei Influencerinnen Cathy Hummels, Leonie Hanne und Luisa Huss, die alle Empfehlungen mit Hilfe von Tap Tags, einer Verlinkung von Marken und Produkten innerhalb eines Posts und ohne die Werbekennzeichnung auf ihren Social Media Kanälen gepostet haben, hofft nun auch die Fitfluencerin Pamela Reif auf einen Freispruch. Sie verlor am Oberlandesgericht (OLG) in Karlsruhe und kann je nach Urteilsverkündung auch vom Grundsatzurteil des BHG profitieren. Laut eigener Aussage habe sie Produkte verschiedener Hersteller in den Posts verlinkt, um allfälligen Fragen ihrer Community bereits zuvor zukommen.

Um diesen Post handelt es sich bei Cathy Hummels

Wie Pascal Wabnitz, Social Media Experte, dem ZDF erzählt, wissen manche Influencerinnen und Influencer, wie auch Unternehmen, die im Bereich Influencer-Marketing noch unerfahren sind, häufig gar nicht genau wie zu deklarieren ist. In diesem Falle helfen Agenturen, die solche Bestimmungen bereits in ihren Verträgen mit Influencerinnen und Influencern festhalten.

Die betroffenen Influencerinnen, Cathy, Leonie und Luisa, legen nach eigenen Angaben wert auf Transparenz und sind für eine korrekte Deklarierung von Werbung. Nun stellen sie sich allerdings die Frage welche Empfehlungen sie in ihren Posts noch festhalten dürfen ohne Abmahnungen zu riskieren.

Das Urteil des BGH, des höchsten deutschen Zivilgerichts, wird nicht vor dem 9. September 2021 erwartet.

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