Obfelden ZH - Empörung bei Eltern – 200 Kinder singen an Schule zusammen
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Obfelden ZHEmpörung bei Eltern – 200 Kinder singen an Schule zusammen

In der Primarschule Schlossächer in Obfelden ZH haben rund 200 Schülerinnen und Schüler zusammen gesungen. Nun gibt es einen freiwilligen Massentest.

von
Lynn Sachs
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Laut einem Vater wurden an der Primarschule Obfelden mehrere Schulklassen versammelt, um zusammen zu singen. Mit dabei auch sein Kind.

Laut einem Vater wurden an der Primarschule Obfelden mehrere Schulklassen versammelt, um zusammen zu singen. Mit dabei auch sein Kind.

Gemeinde Obfelden
Dies habe für Empörung bei den Eltern gesorgt. (Symbolbild)

Dies habe für Empörung bei den Eltern gesorgt. (Symbolbild)

Matthias Balk/dpa
Benz und eine weitere Mutter haben ein Treffen mit der Schulleitung und der Schulpflege gefordert. Die Schule habe sich einsichtig gezeigt. (Symbolbild)

Benz und eine weitere Mutter haben ein Treffen mit der Schulleitung und der Schulpflege gefordert. Die Schule habe sich einsichtig gezeigt. (Symbolbild)

Christoph Soeder/dpa

Darum gehts

  • Schülerinnen und Schüler der Primarschule Schlossächer in Obfelden ZH haben zusammen gesungen.

  • Die Eltern zeigen sich empört.

  • Nun können sich alle Kinder während der Unterrichtszeit auf Corona testen lassen.

Entsetzen bei Max Benz aus Obfelden ZH: Sein Kind ist in der ersten Klasse an der Primarschule Schlossächer. Anfang Woche seien die Schülerinnen und Schüler von neun Klassen in einem Saal zusammenkommen, um miteinander zu singen. «In der aktuellen Corona-Lage ist das unfassbar», sagt der 52-Jährige.

Die Eltern hätten im Vorhinein nichts von der Aktion gewusst. Erst am Abend hätten die Kinder davon erzählt. «Dies führte zu Aufruhr im Dorf», so Benz. Infolgedessen habe er und eine weitere Mutter ein Treffen mit der Schulleitung und der Schulpflege eingefordert. Die Schule habe sich einsichtig gezeigt.

Benz kritisiert auch die Corona-Massnahmen an der Schule. Es gebe nur eine Maskenempfehlung. Mehrere Lehrerinnen und Lehrer würden deshalb keine Schutzmaske tragen. «Man kann von den Kindern nicht erwarten, dass sie eine Maske tragen, wenn die Lehrerschaft das nicht tut.»

855 Kinder und Jugendliche in Quarantäne

Ein Blick in die Daten der kantonalen Behörden zeigt, dass die Anzahl der positiv getesteten Personen zwischen vier und 15 Jahren steigt. In der vergangenen Woche sind in dieser Altersgruppe insgesamt 855 Quarantäneanordnungen ausgesprochen worden. Das entspricht fünf Promille der Schülerinnen und Schüler in diesem Alter. Bestimmte Personen könnten individuell von der Quarantäne teilbefreit werden.

«Singen auf nicht absehbare Zeit eingestellt»

Das klassenübergreifende Singen von zehn bis 15 Minuten entspreche nicht den Vorstellungen der Primarschule, sagt die Schulleiterin auf Anfrage. «Es wurde umgehend auf nicht absehbare Zeit eingestellt.» Am Singen haben rund 200 Schülerinnen und Schüler teilgenommen.

Nach mehreren Rückmeldungen der Eltern hat die Schulpflege entschieden, dass sich die Schülerinnen und Schüler nächste Woche, organisiert durch die Schule, während der Unterrichtszeit testen lassen können. «Dieses Testen kann nicht vorgeschrieben werden, wir können es nur empfehlen», so die Schulleiterin.

Laut der Primarschule Obfelden hat man den Eltern dringend empfohlen, die Schulkinder vor dem ersten Schultag auf Corona testen zu lassen. Derzeit seien keine Corona-Fälle an der Schule bekannt. Fünf Personen seien in Quarantäne. Bezüglich Maskentragen sagt die Schulleitung, dass es sich dabei um die Empfehlung des Kantons handle. «Das Tragen der Maske liegt im Ermessen der Lehrperson.»

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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