Frankreich - Empörung nach Nazi-Vergleichen bei Impf-Protesten
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FrankreichEmpörung nach Nazi-Vergleichen bei Impf-Protesten

In Südfrankreich wurden Plakate angebracht, die Emmanuel Macron mit Hitler vergleichen. Diese Plakate folgten auf Demonstrationen, die am Samstag, 17. Juli in ganz Frankreich stattfanden.

Eine riesige Menschenmenge marschierte am 17. Juli 2021 durch Paris, um gegen den sogenannten «Pass sanitaire» zu demonstrieren.

20min/News-Scout

Darum gehts

  • Demonstrierende gegen verschärfte Corona-Regeln in Frankreich zogen Nazi-Vergleiche.

  • Frankreichs Regierung reagierte empört.

  • Auch ein Plakat, das Macron als Hitler zeigt, wurde aufgehängt.

In Toulon wurden Plakate aufgehängt, die Frankreichs Präsident Emmanuel Macron als Hitler zeigen. Der in Toulon ansässige Werbefachmann Michel-Ange Flori zeigt sich verantwortlich für die Hitler-Plakate. Frankreichs Regierung hat empört auf Nazi-Vergleiche bei Demonstrationen gegen verschärfte Corona-Regeln reagiert. Wie Medien berichteten, hatten am Wochenende einige Demonstranten einen gelben Stern getragen. Demnach sollte eine Parallele gezogen werden zwischen der Judenverfolgung während der Nazi-Diktatur und der Lage von Nicht-Geimpften heutzutage. «Das sind absolut widerliche Vergleiche», sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Montag im Nachrichtensender Franceinfo.

Bei den Protesten am Samstag waren landesweit knapp 114’000 Menschen auf die Strasse gegangen, wie das Innenministerium berichtete. Nach dem Willen von Staatschef Emmanuel Macron werden bestimmte Corona-Massnahmen verschärft. Die Regierung brachte dazu einen Gesetzesentwurf auf den Weg, wie Attal am Montagabend nach einer Kabinettssitzung bestätigte. So soll in Kürze deutlich häufiger ein Test-, Impf- oder Genesungsnachweis vorgezeigt werden müssen. Ausserdem wurde eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal festgelegt.

Auch Kritik seitens Bundesregierung

Das Land kämpfe momentan gegen eine vierte Corona-Welle, resümierte Attal. Diese Welle könne «sehr hoch» ansteigen, warnte er. In dem Land mit rund 67 Millionen Menschen hat weit über die Hälfte zumindest eine Impfung erhalten.

Auch in Deutschland stellten Kritiker der Corona-Massnahmen Nazi-Vergleiche an. Mitglieder der Bundesregierung haben anlässlich des Jahrestags des Attentats auf Adolf Hitler deutliche Kritik an den NS-Vergleichen geäussert. «Der Missbrauch des Widerstands gehört längst zum geschmack- und geschichtslosen Narrativ eines bestimmten politischen Milieus in Deutschland», sagte Heil am Dienstag bei einer Veranstaltung in der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee. Ähnlich äusserten sich Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster.

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sae/cne

(afp/dpa/lea)

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