Aktualisiert 03.11.2009 23:32

Le Landeron NEEmpörung über Sextäter im offenen Vollzug

Warum wurde die Flucht eines Sextäters verheimlicht? Jetzt nimmt der Untersuchungsrichter Stellung zum Fall St. Johannsen.

von
Nina Jecker

Es habe nie die Absicht bestanden, etwas zu verheimlichen, teilte das zuständige Untersuchungsrichteramt gestern mit. Aus Gründen des Opferschutzes habe man die Öffentlichkeit über die Flucht eines Triebtäters Ende August aus der halboffenen Anstalt St. Johannsen nicht informiert. Der Flüchtige hatte beim Bielersee ein Mädchen missbraucht.

Für SVP-Grossrat Andreas Blank ist klar: «Bei einem so sensiblen Thema muss informiert werden. Das Opfer kann man durch das Weglassen von Details genug schützen.» Auch die Anwohner würden sich für künftige Fälle sofortige Infos wünschen. Wie die BZ berichtete, befinden sich zurzeit 32 wegen Sexualstraftaten mit Kindern verurteilte Männer im offenen Vollzug in Le Landeron. Viele von ihnen sind Wiederholungstäter.

Verurteilte Vergewaltiger und Kinderschänder, die sich fast frei bewegen können, lösen schweizweit Empörung aus: «Richter behandeln Sexdelikte als Bagatellen, anstatt Frauen und Kinder zu schützen – als wären die es nicht wert», so Doris Vetsch, Miturheberin der Verwahrungsinitiative, erbost.

Vetschs Tochter wurde 1996 als 13-Jährige Opfer eines bekannten Triebtäters. Beim kantonalen Amt für Freiheitsentzug heisst es derweil, man entscheide über eine allfällige Änderung der Einweisungspraxis nicht anhand eines Einzelfalles.

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