Aktualisiert 09.12.2007 12:39

Empörung über Vernichtung von Folter-Videos

Das US-Justizministerium und die interne Aufsicht des Geheimdienstes CIA haben wegen der Vernichtung von Videoaufnahmen von Verhören wichtiger Terrorverdächtiger eine gemeinsame Untersuchung angekündigt.

CIA-Direktor Mike Hayden erklärte dazu am Samstag, der Geheimdienst werde mit den Ermittlern vollständig kooperieren. Die Untersuchung gebe Gelegenheit, Fragen zu klären, die im Zusammenhang mit der Vernichtung der Bänder aufgeworfen worden seien.

Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass die CIA vor zwei Jahren die Videoaufnahmen von den Verhören zweier Terrorverdächtiger vernichtet hat, um seine Mitarbeiter zu schützen. Die aus dem Jahr 2002 stammenden Bänder seien als Sicherheitsrisiko eingestuft worden, sagte Hayden. Die US-Regierung hatte im Herbst 2005 geleugnet, dass es entsprechende Aufzeichnungen gab. Anwälte von Terrorverdächtigen hatten sich nach dem Skandal um die Verhörmethoden im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib nachdrücklich darum bemüht, solche Bänder zu Gesicht zu bekommen.

Hayden sagte am Donnerstag vor CIA-Mitarbeitern, die Verhöre von zwei Terrorverdächtigen seien unter anderem deswegen aufgezeichnet worden, um eine «Sicherungskopie» der erhaltenen Informationen zu haben. Bald sei aber klar geworden, dass die Dokumentation auch so ausreiche. Die Aufnahmen seien daher 2002 gestoppt worden.

Die Geheimdienstausschüsse von Senat und Repräsentantenhaus haben bereits eigene Untersuchungen angekündigt. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch nannte die Vernichtung der Bänder illegal. «Das ist Zerstörung von Beweismaterial», sagte Jennifer Daskal. (dapd)

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