Aktualisiert 05.09.2006 14:05

Empörung wegen SVP-Minarett-Verbot

Die Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz (GMS) ist empört über die vorläufige Unterstützung einer parlamentarischen Initiative im Zürcher Kantonsrat gegen den Bau von Minaretten.

Diese sei «fremdenfeindlich und diffamierend». Die Initiative sei ein klassischer Fall von faktischer Diffamierung der Mitbewohner muslimischen Glaubens, und damit ein Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit, heisst es in einer Mitteilung der GMS vom Dienstag. Das sei «ein Schlag ins Gesicht der muslimischen Mitbürger».

Der Vorstoss operiere mit dem Feindbild eines aggressiven Islamismus, zu dem die Muslime in der Schweiz nicht gehörten. Die muslimischen Vereinigungen in der Schweiz hätten Gewalttaten von Islamisten stets klar verurteilt, betont die GMS.

Dank der Stärke der SVP im Zürcher Kantonsparlament reichte es am Montag für die erforderliche Mehrheit von 60 Stimmen (von insgesamt 180) zur vorläufigen Unterstützung des Vorstosses. Der Initiative hatten auch Schweizer Demokraten und Vertreter der EDU zugestimmt. Eine Kantonsratskommission muss deshalb jetzt den Vorstoss prüfen.

(sda)

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