Corona-Lockerungen - «Bin mega froh, dass die Maskenpflicht aufgehoben wird»
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Corona-LockerungenEnde der Maskenpflicht freut viele, verunsichert aber auch

Die Fitnessbranche und die Lehrerinnen und Lehrer begrüssen den Wegfall der Maskenpflicht. Manche Personen sind teilweise noch skeptisch – und wollen den Schutz freiwillig tragen.

von
Daniel Graf
Bettina Zanni
Daniel Krähenbühl
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In der Sekundarstufe II hebt der Bund die Maskenpflicht auf.

In der Sekundarstufe II hebt der Bund die Maskenpflicht auf.

Getty Images/iStockphoto
Auch bei sportlichen Aktivitäten in Innenräumen gilt ab Samstag keine Maskenpflicht mehr. 

Auch bei sportlichen Aktivitäten in Innenräumen gilt ab Samstag keine Maskenpflicht mehr.

20min/Matthias Spicher
«Mir wurde schon oft auch etwas schwindlig. Darum bin ich mega froh, dass die Maskenpflicht aufgehoben wird», sagt Celine Stutz (20) aus dem Kanton Zug.

«Mir wurde schon oft auch etwas schwindlig. Darum bin ich mega froh, dass die Maskenpflicht aufgehoben wird», sagt Celine Stutz (20) aus dem Kanton Zug.

Privat

Darum gehts

  • Ab Samstag gilt in Sporteinrichtungen und in der Sekundarstufe II keine Maskenpflicht mehr.

  • Nun werde ihr nicht mehr schwindlig beim Trainieren, sagt eine Fitnessstudiobesucherin.

  • Doch nicht alle sind vom Entscheid begeistert.

In Klassenzimmern und Fitnessstudios kann bald wieder richtig durchgeatmet werden: Ab Samstag gilt dort keine Maskenpflicht mehr. Dennoch empfiehlt das BAG weiterhin, eine Maske zu tragen, sofern ein Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Celine Stutz (20) aus dem Kanton Zug begrüsst den Fall der Maskenpflicht im Fitnessstudio. Beim Trainieren mit Maske habe man weniger Luft und atme dauernd ausgeatmete Luft wieder ein. «Mir wurde deshalb schon oft auch etwas schwindlig. Darum bin ich mega froh, dass die Maskenpflicht aufgehoben wird.» Angst vor einer Ansteckung habe sie im Studio nicht. «Die Abstände zwischen den Trainierenden sind genügend gross.»

«Sind vom Entscheid positiv überrascht»

Auch Claude Ammann, Präsident des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter Verbands (SFGV), ist positiv überrascht: «Wir in der Fitnessbranche sind extrem froh, dass es jetzt endlich zu einer Normalisierung kommt. Viele Leute mussten aus gesundheitlichen Gründen aufgrund der Maskenpflicht von einem Fitnessbesuch absehen.»

Trotzdem sei die Branche noch nicht über den Berg, die Krise sei noch nicht zu Ende, so Ammann. «Durch die Zeitgutschriften sind die finanziellen Ressourcen vieler Fitnesscenter völlig aufgebraucht, viele kämpfen ums Überleben.» Wie es wirtschaftlich weitergehe, sei erst im Herbst absehbar, wenn die neuen Abos abgeschlossen würden.

«In der Schule ist es nicht immer möglich, Abstand zu halten»

Auch aus den Klassenzimmern der Sekundarstufe II wird die Maske ab nächster Woche verbannt. «Die Situation ist noch nicht ausgestanden, wir haben aber Verständnis für die Lockerungen», sagt die oberste Schweizer Lehrerin Dagmar Rösler. «Selbstverständlich freuen wir uns darauf, wenn wir auf die Maske verzichten können und wieder das ganze Gesicht sehen. Da geht es den Schülerinnen und Schülern wahrscheinlich gleich.»

Positiv sei, dass viele Lehrerinnen und Lehrer bereits geimpft seien. «Man darf nicht vergessen, dass es gerade in Schulen auf engem Raum nicht immer möglich ist, den Abstand einzuhalten», sagt Rösler. Dennoch hätte sie gerade in Hinblick auf die nahenden Sommerferien mit weiteren Lockerungen an den Schulen noch gewartet. «Man wird sehen, ob es der richtige Entscheid war, für die Schüler ist es aber sicher positiv.»

«An der Bahnhofstrasse trage ich weiter Maske»

Doch nicht alle sind vom Entscheid begeistert. B.L.* sagt etwa, ihr wäre es lieber, wenn die Maskenpflicht im Fitnessstudio noch aufrechterhalten worden wäre: «Es ist bekannt, dass das Virus sich über Aerosole weit verbreiten kann. Und gerade in einem Fitnessstudio atmen die Leute heftig und stossen viele Aerosole aus. Ich würde mich so nicht mehr wohlfühlen.»

Manchen Personen behagt bereits nicht, dass die Maskenpflicht im Freien aufgehoben wird. Die 20-jährige Studentin Lara Spinas sagt, sie sei «immer noch unsicher, ob ich sie trotzdem anlassen soll». «Vor allem in Menschenmassen, zum Beispiel an der Bahnhofstrasse, trage ich gerne noch eine Maske», sagt sie – und das, obwohl sie bereits zweimal geimpft sei. Ihre Kollegin Cynthia Spale findet es «grundsätzlich ganz gut», dass die Maskenpflicht im Freien gefallen sei. «Es kommt aber darauf an, mit wie vielen Personen man unterwegs ist und ob man geimpft ist.»

*Name der Redaktion bekannt

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