Ende des Wettrüstens?
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Ende des Wettrüstens?

Pakistan schlug Indien eine Beendigung des atomaren und konventionellen Wettrüstens vor. Ziel ist es laut Islamabad, das Risiko eines Atomkriegs sowie eines Wettrennens bei der Raketenrüstung zu verringern.

Die Regierung in Islamabad habe ein entsprechendes Angebot zum Auftakt der bilateralen Friedensgespräche unterbreitet, sagte ein Vertreter des pakistanischen Aussenministeriums am Dienstag.

Die pakistanische Regierung habe bereits am Montag vorgeschlagen, das «Konzept der strategischen Zurückhaltung» auf die Tagesordnung der Vorgespräche mit Indien zu setzen, sagte der Ministeriumsmitarbeiter in Islamabad.

Der Vorschlag ziele darauf ab, «ein offenes Ende im Rennen um strategische oder konventionelle Waffen» zu verhindern. Beide Seiten hatten das Konzept bereits bei Friedensgesprächen vor sechs Jahren angesprochen. Im Abkommen von Lahore 1999 wurde darauf erneut Bezug genommen.

Verhandlungsablauf festgelegt

Nach rund zweieinhalbjähriger Pause hatten die verfeindeten Atommächte am Montag dreitägige Vorgespräche für neue Friedensverhandlungen begonnen.

Beide Delegationen einigten sich zum Ende der zweiten Gesprächsrunde am Dienstag auf den Ablauf der kommenden Verhandlungen, wie der indische Delegationsleiter Shashank sagte.

Kaschmir-Rebellen wollen mitreden

Die Befreiungsfront von Jammu und Kaschmir (JKLF) drohte mit der Ausweitung ihres Aufstandes auf den pakistanischen Teil der Region, sollte sie von Indien und Pakistan nicht am Friedensdialog beteiligt werden.

Kaschmir sei «kein Grenzkonflikt zwischen Indien und Pakistan». erklärte JKLF-Chef Yasin Malik in Srinagar. Während die meisten Rebellengruppen für den Anschluss Kaschmirs an Pakistan kämpfen, tritt die JKLF für die völlige Unabhängigkeit der Himalaya-Region ein.

Eine andere Rebellengruppe, die Politische Volksfront, lehnt die Friedensgespräche dagegen ab. Die indische Regierung sei offenbar nicht ernsthaft zu Verhandlungen bereit, hiess es in einer Erklärung.

Zwei Kriege

Der seit mehr als 50 Jahren ungelöste Grenzkonflikt im Kaschmir ist das grösste Hindernis bei der Wiederaufnahme des friedlichen Dialogs Pakistan und Indien. Beide Nachbarstaaten führten seit ihrer Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft 1947 bereits zwei Kriege um das vorwiegend von Moslems bewohnte Gebiet.

Von Ende 2001 bis Mitte 2002 standen sie am Rande eines Nuklearkrieges. Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um Kaschmir. Die letzten Friedensverhandlungen scheiterten im Sommer 2001 im indischen Agra.

Notiz: Ganze Meldung neu.

(sda)

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