Highlights der WWDC: Ende Monat startet Apple seine Musik-Offensive
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Highlights der WWDCEnde Monat startet Apple seine Musik-Offensive

Apple ändert die Strategie: Statt Songs wie bisher zu kaufen, sollen die Kunden ab Ende Monat mehr als 30 Millionen Titel streamen können.

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tob/sda
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Apple steigt ins Streaming-Geschäft ein und lanciert Apple Music. Unter anderem Rapper Drake rührte an der Eröffnungs-Keynote zur Entwicklerkonferenz WWDC die Werbetrommel für den Dienst.

Apple steigt ins Streaming-Geschäft ein und lanciert Apple Music. Unter anderem Rapper Drake rührte an der Eröffnungs-Keynote zur Entwicklerkonferenz WWDC die Werbetrommel für den Dienst.

AFP/Justin Sullivan
Der «revolutionäre Musikdienst», wie Johnny Iovine (ehemals Chef von Beats) den Dienst nennt, soll zu Beginn mehr als 30 Millionen Songs im Katalog haben.

Der «revolutionäre Musikdienst», wie Johnny Iovine (ehemals Chef von Beats) den Dienst nennt, soll zu Beginn mehr als 30 Millionen Songs im Katalog haben.

AFP/Justin Sullivan
Am 30. Juni wird der Streamingdienst in mehr als 100 Ländern lanciert. Voraussichtlich gehört auch die Schweiz dazu. Ein Abo kostet 9,99 US-Dollar im Monat. Für 14,99 US-Dollar können sechs Leute parallel den Dienst nutzen. Die ersten drei Monate gibt es kostenlos.

Am 30. Juni wird der Streamingdienst in mehr als 100 Ländern lanciert. Voraussichtlich gehört auch die Schweiz dazu. Ein Abo kostet 9,99 US-Dollar im Monat. Für 14,99 US-Dollar können sechs Leute parallel den Dienst nutzen. Die ersten drei Monate gibt es kostenlos.

AFP/Justin Sullivan

Daran dürften die Chefs von Spotify keine Freude haben: Apple lanciert Ende Juni einen eigenen Musik-Streamingdienst in mehr als 100 Ländern. Die Schweiz zählt voraussichtlich auch dazu. Der Katalog von Apple Music umfasst zum Start mehr als 30 Millionen Songs, wie CEO Tim Cook an der Keynote verkündete. Neben einem lernenden Algorithmus sollen auch Musikprofis einzelne Playlisten kuratieren. Einzelne Songs wird man auch mit Hilfe der Sprachassistentin Siri aussuchen können. Vorerst gibt es Apple Music nur für iOS, ab Herbst dann auch für Android.

Ein Abo soll 9,99 US-Dollar pro Monat kosten. Für 14,99 US-Dollar können bis zu sechs Leute den Dienst parallel nutzen. Damit bewegt sich Apple preislich auf der Höhe der Konkurrenz. Gleichzeitig nimmt auch der Webradiosender Beats1 den Betrieb auf. Auch der Sender wird von Musikprofis, darunter DJ Zane Lowe, der früher bei BBC war, geführt.

Apple Music soll ausserdem eine Plattform sein, über die Fans ihren Lieblingskünstlern folgen können. Etwas Ähnliches hatte Apple vor einigen Jahren bereits mit dem Musik-Netzwerk Ping versucht, das später wegen mangelnden Erfolgs wieder eingestellt wurde.

Streamen statt kaufen

Der neue Musikdienst geht am 30. Juni an den Start. Drei Probemonate gibt es kostenlos. Apple setzte bisher auf den Verkauf von Songs zum Download. Der Konzern ist damit zum weltgrössten Musik-Verkäufer geworden – ein Milliardengeschäft. Doch der Trend ist klar: Die Nutzer schwenken zu Streaming-Diensten um, die direkt aus dem Internet spielen. Downloads gehen zurück.

Experten trauen Apple zu, dem Geschäft mit Streaming-Musik einen entscheidenden Schub zu geben, vor allem bei kostenpflichtigen Abos. Bisher nutzten die meisten Menschen werbefinanzierte Gratisangebote. Ende 2014 hatten alle Abo-Dienste weltweit (Spotify, Tidal und Co.) gerade einmal 41 Millionen Kunden. Allerdings war das ein Sprung von mehr als 46 Prozent innert eines Jahres. Apple hat aber rund 800 Millionen Nutzer, die ihre Kreditkartendaten hinterlegt haben.

Das iPhone denkt mit

Zuvor gab es in der rund zweieinhalb Stunden langen Keynote Neuigkeiten zu anderen Apple-Produkten. So sollen frische Funktionen des Mobil-Systems iOS das iPhone stärker zum persönlichen Assistenten machen. Es kann zum Beispiel automatisch Termine aus E-Mails erstellen. Das iPhone kann sich künftig auch merken, dass man zu einer bestimmten Zeit mit Musik joggen geht. Es öffnet dann den Musikplayer, wenn man zu dieser Zeit die Ohrhörer einstöpselt.

Apple geht damit einen ähnlichen Weg wie Google mit Google Now. Apple-Manager Craig Federighi demonstrierte auch ähnliche Funktionen bei der Foto-Suche wie wenige Tage zuvor Google – betonte aber mit einem ausdrücklichen Seitenhieb gegen den Suchmaschinen-Riesen, Apple werte keine Informationen für Werbezwecke aus.

Heizung steuern – von extern

In der Heimvernetzung wird man vom iPhone aus auf Sensoren für CO2, Feuermelder oder motorisierte Rolladen zugreifen können – auch von unterwegs. Bei der Auto-Software CarPlay muss man das iPhone nicht mehr per Kabel anschliessen, sondern es kann sich auch per Funk mit der Infotainment-Anlage im Cockpit verbinden.

Für die Computeruhr Apple Watch wurde weniger als zwei Monate nach dem Marktstart die zweite Version des Betriebssystems vorgestellt. Die Apps können künftig direkt auf der Uhr laufen – heute sind sie eigentlich auf dem iPhone aktiv. App-Entwickler bekommen auch Zugriff auf Sensoren der Uhr. Das wird zum Beispiel Fitness-Anwendungen zugutekommen.

Das digitale Portemonnaie Apple Pay kommt nach Europa – allerdings vorerst nur nach England. Unter anderem werde man in Bussen und der U-Bahn in London über das iPhone bezahlen können, sagte Apple-Managerin Jennifer Bailey. Der Konzern hatte Apple Pay im vergangenen Jahr zunächst nur in den USA gestartet.

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