AKW-Ausstieg: «Endlich ein guter Grund, Strom zu sparen»
Aktualisiert

AKW-Ausstieg«Endlich ein guter Grund, Strom zu sparen»

Die Debatte um die Zukunft der AKW hat die Schweizer in den letzten Wochen bewegt. Nach dem Entscheid des Bundesrats sind viele erleichtert, wie unsere Video-Umfrage zeigt.

von
J.Pfister/M. Gilliand

Viele befürworten den Entscheid des Bundesrats.

Die Atomkatastrophe in Japan hat bei der Schweizer Bevölkerung Spuren hinterlassen. Am Sonntag marschierten über 20 000 Menschen gegen die Atomkraftwerke auf. Und in einer nicht repräsentativen Web-Umfrage von 20 Minuten Online vom März fanden 57 Prozent, der Ausstieg aus der Atomenergie müsse jetzt endgültig und definitiv beschlossen werden.

Der Entscheid der Landesregierung vom Mittwoch, mittelfristig aus der Atomenergie auszusteigen, freut deshalb die meisten Leute auf der Strasse (siehe Video): «Ich bin überrascht über den Beschluss und sehr glücklich, dass sich der Bundesrat dazu durchgerungen hat», meint eine Befragte. Ein älterer Herr begrüsst den schrittweisen Ausstieg, hat aber Zweifel, dass dieser tatsächlich bis ins Jahr 2034 umgesetzt wird. «Es dauert bestimmt länger», glaubt er.

Soziale Komponente

Andere Bedenken äussert ein junger Mann: «Atomenergie ist günstig, andere Energien teurer. Die steigenden Kosten könnten gerade für die Menschen in den unteren und mittleren Bevölkerungsschichten zum Problem werden.»

Ein anderer Befragter sieht in den steigenden Kosten eher eine Chance. «Ohne Atomkraft macht man sich endlich Gedanken, woher die Energie aus der Steckdose kommt und wie man Strom sparen kann.» Dass die Stromreduktion im eigenen Haushalt aber nicht immer leicht ist, weiss eine weitere Befragte: «Nach Fukushima habe ich darauf geachtet, mehr Lichter zu löschen. Leider wird man schnell wieder nachlässig.»

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