Charlene Wittstock: Endlich Fürstin
Aktualisiert

Charlene WittstockEndlich Fürstin

In einer eher ernsten Zeremonie haben sich Fürst Albert II. und Fürstin Charlene nun auch kirchlich getraut. Zugegen war, was im Adel Rang und Namen hat.

von
P. Czarkowski und J. Fraczek
AP

Fürst Albert II. und seine Charlene haben jetzt auch den kirchlichen Segen für ihre Ehe. Obwohl wahrscheinlich niemand ernsthaft geglaubt hat, dass der frischgebackenen monegassischen Fürstin Charlene bei der kirchlichen Hochzeit etwas anderes als ein kräftiges «Oui» über die Lippen kommen könnte, lag eine gewisse Spannung in der Luft, als Monacos Erzbischof Bernard Barsi am Samstag die entscheidende Frage stellte. Nach dem beiderseitigem Ja-Wort wirkte das Brautpaar etwas gelöster als zu Beginn der Zeremonie. Der grossen Anspannung in ihren Gesichtern wich das eine oder andere zaghafte Lächeln.

Ein angestrengtes Brautpaar

Die Vorfreude auf die Hochzeit, die Monaco die erste Fürstin nach der 1982 verstorbenen Hollywood-Legende Grace Kelly beschert, war in der vergangenen Woche durch Gerüchte über ein weiteres uneheliches Kind Alberts gestört worden. In einigen Medien war davon die Rede gewesen, dass die Südafrikanerin die Vermählung mit dem Fürsten absagen und in ihre Heimat Südafrika fahren wollte. Alles nur ein Zeichen von Neid, liess der Palast mitteilen. Bestätigt wurde das durch die standesamtliche Trauung am Freitag, die zwar keine überbordende Wärme ausstrahlte, aber ohne Probleme über die Bühne ging.

Auch am Samstag waren verliebte Blicke zwischen der 33-jährigen Braut und ihrem 20 Jahre älteren Bräutigam rar, die Zeremonie wirkte am 2. Juli etwas blutleer im Vergleich zur Hochzeit der schwedischen Kronprinzessin Victoria im vergangenen, oder der von Prinz William und Kate Middleton in diesem Jahr. Auch der Kuss zwischen Charlene und Albert gegen Ende der Zeremonie wirkte wie schon am Vortag nicht besonders innig, Alberts aufmunterndes Zwinkern eher angestrengt. All das muss aber nicht darauf schliessen lassen, dass es mit der Liebe zwischen den beiden nicht weit her ist.

Druck auf Charlene

Denn man kann sich den Druck vorstellen, unter dem vor allem Charlene stand und steht: Sie, die ehemalige Profi-Schwimmerin, musste sich und wird sich fortan immer wieder mit der grossen Gracia Patricia vergleichen lassen müssen. Deren Hochzeit mit Fürst Rainier vor fast genau 55 Jahren war eine veritable Märchenhochzeit und galt damals als «Hochzeit des Jahrhunderts».

Dieses Prädikat wird die Vermählung von Albert und Charlene sicher nicht bekommen - trotz einiger hochrangiger Gäste. Neben zahlreichen ehemaligen Sportgrössen wie Franziska van Almsick, Jackie Stewart, Gerhard Berger und Ilie Nastase, Modeschöpfern wie Roberto Cavalli, Karl Lagerfeld und Giorgio Armani, der das mit Tausenden Kristallen und Perlen besetzte Kleid für die Braut entwarf, Supermodel Naomi Campbell und dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy gaben sich die Mitglieder der meisten europäischen Königshäuser die Ehre.

Am Ende doch ein paar Tränen

Um kurz vor 17 Uhr führte Charlenes Vater Michael Wittstock seine schöne Tochter, die ausser im Haar keinen Schmuck trug, über den mehr als 100 Meter langen Teppich in den Ehrenhof des Fürstenpalastes, in dem rund 800 der insgesamt etwa 4 000 Hochzeitsgäste Platz fanden. Charlenes Auftritt in dem weissen Armani-Kleid mit der langen Schleppe wurde von einigem Applaus begleitet.

Tränen liefen während des etwa eineinhalbstündigen Gottesdienstes, in dem Erzbischof Barsi an das Paar appellierte, eine «Zivilisation der Liebe» zu errichten und niemals Gott und ihren Glauben zu vergessen, nicht. Auch nicht, als der italienische Startenor Andrea Bocelli Franz Schuberts «Ave Maria» darbot. Erst als das Paar nach einer Fahrt im Cabrio in der Kirche Saint Dévoté ankam, wo Charlene der Tradition gemäss ihren Brautstrauss ablegte, stiegen der Braut doch noch Tränen in die Augen.

Hier finden Sie das Protokoll der Trauung.

Das Hochzeitsmenü

Alain Ducasse hat für Albert und Charlene ein Hochzeitsdinner aus lokalen Produkten kreiert. Zutaten sind 17 Gemüsesorten und Fische der Saison. Eine Auswahl des Menüs:

Aperitif: «Barbaguians». Eine monegassische Spezialität aus Blätterteig. Die kleinen Pasteten sind mit Spinat oder Lauch gefüllt.

Hauptspeise: «Copeaux de poutargue, légumes de Roc Agel». Fischgericht aus Drachenkopffisch und Gemüse aus den Gärten von Roc Agel, dem Landsitz des Fürstenhauses.

Nachspeise: Eis mit braunem Zucker. Die Milch stammt von den Kühen auf Roc Agel.

Chardonnay aus Südafrika.

Perrier-Jouët.

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