12.11.2020 19:00

Endlich gibts auch von Volvo ein Elektro-SUV

Es hat lange gedauert, doch nun hat auch Volvo einen Elektro-SUV im Angebot. Der XC40 Recharge übernimmt die Technik des Polestar 2.

von
Dave Schneider
12.11.2020

Bezüglich Umweltmassnahmen preschte Volvo schon früh vor, verbannte vor Jahren den Dieselmotor aus neuen Fahrzeugen, verpasste allen Modellreihen einen Plug-in-Hybridantrieb-Antrieb und verbaut seither höchstens noch vier Zylinder pro Motor. Bei der Einführung eines vollelektrischen Autos war die Konkurrenz allerdings schneller, obwohl die zur chinesischen Geely gehörenden Schweden mit den Tochtermarken Polestar und Lynk & Co bereits batterieelektrische Fahrzeuge in der Pipeline haben. Doch nun ziehen die Schweden mit dem XC40 Recharge nach.

Eine Leistung von 300 kW (408 PS), 660 Newtonmeter Drehmoment, 0 auf 100 in 4,9 Sekunden, eine WLTP-Reichweite von über 400 Kilometern und eine Ladezeit von 40 Minuten für 80 Prozent Reichweite – die Eckdaten sind verlocken. Wobei es zu relativieren gilt: Auf der ersten Probefahrt durch hügeliges Gebiet samt kurzer Autobahnstrecke erschienen 320 Kilometer als realistisch, was wie immer von Faktoren wie dem Fahrstil, der Temperatur und der Topografie abhängig ist. Geladen wird mit maximal 150 kW, damit sind 80 Prozent der Batterie in 40 Minuten wieder voll.

Volvo bringt Android-Betriebssystem raus

Da der XC40 Recharge auf der gleichen Plattform aufbaut wie der XC40 mit Verbrennungsmotor, sind die optischen Unterschiede gering. Aussen deutet nur ein geschlossenes Paneel anstelle des offenen Kühlergrills auf den Elektroantrieb hin, im Innenraum wartet in der vertrauten Umgebung eine Neuheit auf: Als erster Autohersteller (neben Tochtermarke Polestar) bringt Volvo ein Android-Betriebssystem auf den Markt, mit bekannten Apps für die Navigation, Musik-Streaming und einer Volltext-Spracheingabe.

Apropos Polestar: Den Antrieb teilt sich der XC40 mit dem hippen Bruder der jungen Tochtermarke. Ein Elektromotor mit 150 kW Leistung an jeder Achse sorgen für sportlichen Vortrieb, die Batterie mit einer Kapazität von 78 kWh ist im Wagenboden untergebracht, was für einen tiefen Schwerpunkt und eine gute Gewichtsverteilung sorgt. Der Elektro-Volvo fährt sich sehr angenehm, vom hohen Gewicht ist nichts zu spüren, vom Antrieb ist so gut wie nichts zu hören, und auch gegen Abroll- und Windgeräusche ist der Schwede gut isoliert – das macht das Dahinrollen sehr gediegen.

Er taugt als Alltagsauto

Volvos Erstlingswerk auf dem E-Markt ist ein attraktives Gesamtpaket mit akzeptabler Reichweite, einem guten Platzangebot und einer schnellen Ladeleistung. Damit taugt der XC40 Recharge P8 durchaus als Alltagsauto, auch für Familien. Die teure Batterie, die umfangreiche Ausstattung und der edle Innenraum haben aber ihren Preis: Mindestens 64'500 Franken müssen für den ersten vollelektrischen Volvo ausgegeben werden – fast 30'000 Franken mehr, als die Einstiegsvariante des XC40 kostet.

Am Design des XC40 haben die Schweden kaum etwas geändert, der Stromer sieht fast identisch aus wie die Modelle mit Verbrennungsmotor. 

Am Design des XC40 haben die Schweden kaum etwas geändert, der Stromer sieht fast identisch aus wie die Modelle mit Verbrennungsmotor.

Bild: Volvo
Als erster Hersteller bringt Volvo (neben Tochtermarke Polestar) ein Auto-Betriebssystem von Google.

Als erster Hersteller bringt Volvo (neben Tochtermarke Polestar) ein Auto-Betriebssystem von Google.

Bild: Volvo
Ein angenehmer Begleiter: Vom Antrieb ist kaum etwas zu hören, vom Gewicht kaum etwas zu spüren und die beiden E-Motoren sorgen für sportlichen Vortrieb.

Ein angenehmer Begleiter: Vom Antrieb ist kaum etwas zu hören, vom Gewicht kaum etwas zu spüren und die beiden E-Motoren sorgen für sportlichen Vortrieb.

Bild: Volvo

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29 Kommentare
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TukTuk

14.11.2020, 00:19

Grönsakskaka, das neue Smörresova, das die Welt nicht braucht. 😅

BrunTony

13.11.2020, 23:22

In meinem Umfeld haben sich schon 3 Personen einen Tesla Model Y vorbestellt. Ich gehe jede Wette ein, das Model Y wird die nächsten 5 - 10 Jahre das meistverkaufte Auto der Welt sein und durch einen eigenen Nachfolger abgelöst.

Bürger

13.11.2020, 21:13

Wenn eine Technologie Politisch verboten wird ist es keine Demokratie mehr sondern eine Diktatur. Die Kutsche wurde nur verdrängt weil sie zu ineffizient und unattraktiv war aber beim verbrenner stoppt die Politik die Technologie ohne wissenschaftliche evidez dafür gefährdet sie massiv den Wohlstand für die nächsten jahren infolge massenarbeitslosigkeit. Der Verbrenner ist zu gut als Antrieb darum wird er Politisch zerstört um uns eine noch schlechtere Technologie aufzuzwingen in dem wir total abhängig werden