Christian Kast auf den Philippinen: «Endlich ist die ganze Familie wieder vereint»

Aktualisiert

Christian Kast auf den Philippinen«Endlich ist die ganze Familie wieder vereint»

Fünf Monate war Christian Kast von seiner Familie getrennt. Für die Festtage ist er auf die Philippinen gereist. Mit im Gepäck: ein Christbaum und Guetsli.

von
Qendresa Llugiqi

Seit Christian Kast seiner Familie Ende Juli geholfen hat, vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) auf die Philippinen zu fliehen, hat er sie nur noch über Skype gesehen. Am 22. Dezember reiste der in Sisseln AG wohnhafte 47-Jährige auf die Philippinen, um die Feiertage mit seiner Familie zu verbringen.

«Eigentlich wollten wir bereits letztes Jahr Weihnachten traditionell mit der ganzen Familie feiern. Den Weihnachtsbaum und den Schmuck hatten wir bereits», erzählt Kast. Doch dann griff die Kesb ein und nahm ihnen die beiden Töchter Alina (2) und Queen Sebell (6) weg. Die beiden wurden in ein Heim gebracht, die Älteste Naomi (10) lebte bereits damals bei Verwandten auf den Philippinen.

«Ich habe für sie Guetsli gebacken»

«Diesen verpassten Moment wollten wir nun nachholen», so Kast. Deshalb habe er den Plastik-Weihnachtsbaum samt Schmuck eingepackt. «Die letzten zwei Wochen vor der Abreise war ich ziemlich nervös und die Tage vergingen kaum», sagt Kast. «Wenn ich meine Familie vermisst habe, habe ich Guetsli gebacken oder Geschenke gekauft.» Das habe ihm über diese Tage hinweggeholfen.

Am 22. Dezember trat er die Reise nach Manila an. Auf dem Weg dorthin habe er sich viele Gedanken gemacht: «Ich hoffte nur, dass ich meine Familie wirklich sehen und eine gute Zeit mit ihr verbringen kann», so Kast. «Auch hatte ich Angst, wie wohl die Kinder auf mich reagieren.»

Tochter fasste schnell wieder Vertrauen

Als seine Frau zusammen mit Alina ihn am 23. Dezember am Flughafen abholte, sei seine zweijährige Tochter zwar etwas distanziert und scheu gewesen. «Das hat schon weh getan», gesteht Kast. Doch Alina habe sich schnell an ihn gewöhnt und wieder Vertrauen gefasst. Voller Tatendrang seien sie dann in die gemeinsamen Ferien gestartet. «Zuerst musste ich mir aber Sommerkleider besorgen», so Kast lachend.

Dann wurde zuhause der Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt. Der erste Weihnachtstag sei toll geworden: «Wir haben ihn nur zu dritt verbracht, weil die beiden älteren Töchter Queen Sebell und Naomi lieber bei ihrem Onkel bleiben wollten. Doch es war richtig schön.» Sie hätten zusammen getanzt und seien fein Essen gegangen. «Es gab Fondue und Pommes frites im Swiss Chalet», so Kast.

Langjährigen Wunsch erfüllt

Die Geschenke wurden erst am Sonntag ausgepackt, als auch die beiden älteren Töchter dazustiessen. «Endlich ist die ganze Familie wieder vereint», sagt Kast.

An Weihnachten konnte sich Familie Kast zudem einen langjährigen Wunsch erfüllen: «Meine Frau und ich wollten schon immer einen Hund», sagt Kast. Auch seine Tochter Alina liebe Tiere. «Deshalb haben wir einen Hundewelpen gekauft, der den Namen Dudu trägt.»

«Der Abschied wird dramatisch»

Nach der Abreise seiner Frau machte das Paar Kast eine schwere Zeit durch, in der auch böse Worte fielen. Trotz aller Trennungsgerüchte hat sich Kast mit seiner Frau wieder versöhnt. Auch habe er sich zum Jahresende bereits Gedanken über die Zukunft gemacht: «Wir sind da recht zuversichtlich», so Kast. Pläne hätten sie schon. Ganz auf die Philippinen zu ziehen, könne er sich im Moment aber nicht vorstellen, das es dort an Einnahmemöglichkeiten fehle.

Kast wird sich bis am 21. Januar auf den Philippinen aufhalten. Bereits jetzt macht er sich aber Gedanken über den Abschied: «Ich weiss, dass es dramatisch wird, es werden Tränen fliessen. Und ich mache mir auch Gedanken, wann ich wieder hierher kommen kann.»

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