Nutzungsrechte: Endlich löscht Facebook Bilder wirklich
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NutzungsrechteEndlich löscht Facebook Bilder wirklich

Jahrelang hat das soziale Netzwerk Bilder der User gehortet - auch nachdem diese die Fotos in ihrem Profil gelöscht hatten. Jetzt hat Facebook nachgegeben und entfernt die Dateien vom Server.

von
oku
Endlich mehr Schutz: Facebook-Nutzer können jetzt Fotos nicht nur definitiv löschen, sondern haben auch mehr Möglichkeiten bei den Einstellungen der Nutzungsrechte.

Endlich mehr Schutz: Facebook-Nutzer können jetzt Fotos nicht nur definitiv löschen, sondern haben auch mehr Möglichkeiten bei den Einstellungen der Nutzungsrechte.

Täglich laden Nutzer Millionen von Fotos und Videos auf Facebook. Das geht einfach und ohne Probleme. Ganz im Gegensatz zum Löschen dieser Dateien. Zwar konnte man das jeweilige Foto mit einem Klick aus dem eigenen Profil entfernen, doch das war eher Schein denn Sein. Denn auf den Facebook-Servern blieben die Fotos weiter gespeichert. Über einen entsprechenden Link konnten die Fotos auch noch Jahre später von jedermann aufgerufen werden.

Der US-Student Joseph Bonneau hatte dies vor drei Jahren herausgefunden und öffentlich gemacht. Bei der Präsentation einer Studie zum Thema Privatsphäre bei sozialen Netzwerken, erklärte er damals: «Für ein soziales Netzwerk steigt Ihr Wert als Nutzer mit der Datenmenge, die Sie zur Verfügung stellen.» Nach dem Börsengang gibt Facebook dem Druck seiner Mitglieder und vieler Datenschützer nun endlich nach, wie Mail Online berichtet.

Rechte für jedes Bild einzeln festlegbar

Um das zu realisieren, wurde ein neues Speichersystem entwickelt sowie die Richtlinien und Infrastruktur überarbeitet. Maximal 30 Tage soll es nun dauern, bis die Bilder nach dem Löschen auch von den Servern endgültig verschwinden. Ausserdem können User jetzt nicht mehr nur für jedes Album bestimmen, wer die darin enthaltenen Bilder sehen darf, sondern die entsprechenden Einstellungen sogar für jedes einzelne Foto entsprechend festlegen.

Öffnet man im Profil ein Bild in der Grossansicht, findet sich oben ein neues Widget, über welches auswählbar ist, ob das Bild der Öffentlichkeit zugänglich, nur für Freunde sichtbar ist oder dem Benutzer allein vorbehalten bleibt. Über die Option «Benutzerdefiniert» lassen sich ausserdem bestimmte Personen oder Listen von den Zugriffsrechten auf das Foto ausschliessen.

Der Haken an der Sache

Ob weitere Facebook-Server existieren, auf denen Sicherungskopien der Bilder vorgehalten werden, ist derzeit nicht bekannt. Die Webseite Ars Technica hat im Selbstversuch einige Bilder gelöscht und die direkten Links gespeichert – bereits nach zwei Tagen waren die Bilder für keinen Anwender mehr zu erreichen. Bilder auf Instagram sollen angeblich sogar noch schneller von den öffentlichen Servern verschwinden und bereits im Moment des Löschens nicht mehr verfügbar sein.

Eine Krux bleibt aber auch nach den Neuerungen im Admin-Bereich für Facebook-Mitglieder: Mit dem Hochladen eines Fotos tritt der User laut Nutzungsbedingungen sämtliche Rechte an dem Bildmaterial ab und erlaubt sowohl dem Netzwerk als auch der darin versammelten Community, den Inhalt zu teilen und weiter zu verwenden. Kopiert ein anderer Nutzer also ein Foto und lädt es in sein eigenes Profil, ist es trotzdem auf Facebook vorhanden und der Urheber hat schlechte Karten, wenn derjenige, der die Kopie hochgeladen hat, sich nicht einsichtig zeigt.

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