Endlich Lösung fürs Endlager
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Endlich Lösung fürs Endlager

Die Suche nach Standorten für die Entsorgung radioaktiver Abfälle kann beginnen. Der Bundesrat geb den Startschuss.

Der Bundesrat gab am Mittwoch den Startschuss, indem er den Konzeptteil des Sachplans geologischer Tiefenlager verabschiedete.

Die Standortsuche wird in drei Etappen stattfinden und insgesamt rund zehn Jahre dauern. Ziel ist es, im Jahr 2030 ein Lager für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) und 2040 ein Lager für hochaktive Abfälle (HAA) in Betrieb zu nehmen.

In einem ersten Schritt, der zweieinhalb Jahre dauern dürfte, werden geeignete Standortgebiete nach sicherheitstechnischen und geologischen Kriterien ausgesucht. Die Nationale Genossenschaft für die Entsorgung radioaktiver Abfälle (Nagra) soll in den nächsten Monaten entsprechende Vorschläge machen.

Die zweite Etappe ist für die Auswahl von mindestens zwei Standorten pro Abfallkategorie vorgesehen. Sie dürfte nach dem Zeitplan des Bundes ebenfalls rund zweieinhalb Jahre dauern. Die Standortregionen können sich am Prozess beteiligen.

Mit Sondierbohrungen untersuchen

In einer dritten - zwischen zweieinhalb und viereinhalb Jahren dauernden - Etappe werden die verbliebenen Standorte mit Sondierbohrungen und weiteren erdwissenschaftlichen Untersuchungen geprüft.

Bevor aber ein Rahmbewilligungsgesuch eingereicht werden kann, müssen die Grundlagen für Kompensationsmassnahmen sowie für die Beobachtung der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen erarbeitet werden. Ausserdem ist die Frage der Abgeltungen zu regeln.

Erst dann, voraussichtlich im Jahr 2016 oder 2018, entscheidet der Bundesrat, ob er je einen Standort für SMA- und HAA-Abfälle oder einen Standort für alle Abfallkategorien bewilligen will.

Sicherheit hat oberste Priorität

Der Sachplan geologische Tiefenlager wurde während zwei Jahren unter Einbezug der Bundesbehörden, der Kantone, Nachbarstaaten, Organisationen, Parteien und Fokusgruppen aus der Bevölkerung erarbeitet. Oberste Priorität bei der Standortsuche hat die langfristige Sicherheit von Mensch und Umwelt.

In der Vernehmlassung sorgte insbesondere die Grösse des Lagers für Unmut. Die interessierten Kreise waren sich uneinig, ob das Lager auf die Abfälle der heute betriebenen fünf AKW oder auch auf künftige zusätzliche AKW ausgerichtet sein soll.

Moniert wurde auch der Zeitplan. Die bürgerlichen Parteien wollen nicht bis 2016 oder 2018 warten und verlangen einen Entscheid zur Rahmenbewilligung bis 2012. (sda)

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