Aktualisiert 11.09.2019 06:34

Direkter Steuerabzug vom Lohn

«Endlich mal eine sinnvolle und gute Idee»

Das Postulat der SP «Für einen echten Nettolohn» wurde am Dienstag im Berner Grossen Rat angenommen. Viele Leser begrüssen den Entscheid.

von
km
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Dem Postulat «Für einen echten Nettolohn» hat die Mehrheit der Berner Grossräte zugestimmt.

Dem Postulat «Für einen echten Nettolohn» hat die Mehrheit der Berner Grossräte zugestimmt.

Roland Schlager
«Die Debatte war hitzig, dennoch wurde das Postulat schliesslich überraschend mit neun Stimmen Unterschied angenommen», sagt Andrea Zryd (SP).

«Die Debatte war hitzig, dennoch wurde das Postulat schliesslich überraschend mit neun Stimmen Unterschied angenommen», sagt Andrea Zryd (SP).

Der darin geforderte automatisierte freiwillige Direktabzug der direkten Steuern hat zum Ziel, «Schulden, Notlagen und administrative Leerläufe wegen unbezahlter Steuern zu vermeiden». Denn gerade bei den Steuern sind viele Bürger administrativ überfordert. Dies sei einer der Gründe, wieso sich bei rund 80 Prozent seiner Klienten Steuerschulden anhäuften, meint ein Schuldenberater.

Der darin geforderte automatisierte freiwillige Direktabzug der direkten Steuern hat zum Ziel, «Schulden, Notlagen und administrative Leerläufe wegen unbezahlter Steuern zu vermeiden». Denn gerade bei den Steuern sind viele Bürger administrativ überfordert. Dies sei einer der Gründe, wieso sich bei rund 80 Prozent seiner Klienten Steuerschulden anhäuften, meint ein Schuldenberater.

Digitalbe

Der Grosse Rat von Bern hat am Dienstagmorgen das Postulat «Für einen echten Nettolohn» zugestimmt. Die Mehrheit der Berner Grossräte fordert einen Direktabzug der Steuern vom Lohn. Mit ihrem Postulat will SP-Frau Andrea Zryd Steuerschulden bekämpfen. Die Leser-Reaktionen zeigen: Der Direktabzug der Steuern vom Lohn wird auch von den meisten Lesern begrüsst.

«Kann ich zu 100% unterstützen»

Über 1200 Kommentare verzeichnete die News bezüglich der Annahme des Postulats. Die Mehrzahl der Kommentare fiel positiv aus: «Endlich mal eine sinnvolle und gute Idee», schreibt Leser AC und auch DarkMoney schliesst sich dieser Meinung an. Mauricio findet den direkten Abzug der Steuern vom Lohn ebenfalls eine gute Idee – aus privaten Gründen: «Also ich persönlich wäre sehr froh, weil ich immer Probleme habe mit der Bezahlung der Steuern.»

Das unterstreicht Leser aeschiii, er unterstützt das Vorhaben der SP so zu 100 Prozent: «Vor allem in jungen Jahren kommen die Steuern meist überraschend und die Höhe wird unterschätzt», schreibt er. Durch den Direktabzug vom Lohn könnte seiner Meinung nach eine Schuldenfalle beseitigt werden. Bis über die Landesgrenze hinaus begrüsst man das Vorhaben aus Bern: So meint ein Auslandschweizer, dass der Direktabzug das Leben vereinfachen würde und er sich, als Einwohner des Vereinigten Königreichs, keine Sorgen mehr machen müsse, eine saftige Steuerrechnung zu erhalten.

Negative Reaktionen: «Nein danke!!!»

Allerdings gab es auch kritische Stimmen. Leser Sam Meier etwa meint: «Ich habe das selber im Griff.» Zum Vorhaben sagt er so klipp und klar: «Nein danke!!!». Auch der Leser namens Steuerzahler findet ein Direktabzug eine schlechte Idee: «Dem Steuerzahler wird Flexibilität und Eigenverantwortung genommen». Und er geht noch weiter: Der Direktabzug der Steuern vom Lohn sei eine Entmündigung der Bürger.

BDP reicht Standesinitiative auf Bundesebene ein

Der Berner Regierungsrat muss nun einen automatisierten freiwilligen Direktabzug der Steuern vom Lohn prüfen. Nebst der SP setzt sich auch die BDP für das Anliegen ein. Von der BDP wurde am 2. September eine Standesinitiatve an den Grossen Rat Bern eingereicht, die gar einen obligatorischen Direktabzug der Steuern verlangt.

Jakob Etter (BDP) ist Mitmotionär der Standesinitiative «Einführung der Quellensteuer für natürliche Personen» der BDP Bern. «Wir wollen das schweizweit flächendeckend haben», sagt er. «Das kann nicht ein Kanton allein machen». Die Berner Regierung hat nun ein Jahr Zeit, um die Standesinitiative der BDP zu behandeln. Anschliessend wird auch diese im Parlament diskutiert und schliesslich eine definitive Entscheidung getroffen.

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