FCB vs. Chelsea: Endlich nicht mehr in der Favoritenrolle

Aktualisiert

FCB vs. ChelseaEndlich nicht mehr in der Favoritenrolle

Zum zweiten Mal trifft Murat Yakin auf «The Special One» - und ist noch immer «The Only One», der in der aktuellen CL-Kampagne gegen José Mourinho und Chelsea gewinnen konnte.

von
Eva Tedesco

Fabian Frei über die Begegnung gegen Chelsea im heimischen St. Jakob-Park, Aussenseiter und Überheblichkeit. (Video: 20 Minuten))

Dem FC Basel ist ein zweiter Erfolg in der Champions-League gegen Chelsea zuzutrauen, auch wenn er im Heimspiel von den Londonern sicher nicht unterschätzt wird. Dafür muss in den mindestens 90 Minuten im Joggeli jedoch alles zusammenpassen. Aber zwei Unentschieden gegen Steaua Bukarest und zwei Remis in der Meisterschaft (FCZ und Aarau) haben gereicht, um den Blätterwald rauschen zu lassen. Ins Zentrum der Kritik – der Reflex ist nicht ganz neu - geriet vor allem Trainer Murat Yakin. Von zu vielen Rochaden, von mangelnder Führung und zerrüttetem Vertrauensverhältnis zwischen Mannschaft und Trainer war die Rede.

Dabei ist der Schweizer Meister mit fünf Punkten im Rennen um den Verbleib in der Königsklasse noch dabei und hat sich das Überwintern (zumindest) in der Europa League schon so gut wie gesichert. Im heimischen Championat ist Rotblau nach 15 Runden Leader – was in den letzten Jahren auch nicht häufig vorkam - und hat lediglich zwei Partien verloren; gegen den FCZ in der Liga und gegen Schalke (0:1) in der Königsklasse. Die dritte Hochzeit, auf welcher der FCB in diesem Herbst tanzt, ist der Schweizer Cup. Und auch da ist man – mit manchmal gar viel Mühe – weiter dabei. Ist nun Zeit, sich wieder zu beruhigen?

«Friede, Freude, Eierkuchen»

«Die Nationalmannschaftspause hat sicher gut getan – auch innerhalb der Mannschaft. Wenn zwei vorher miteinander ein Problem hatten, haben sie jetzt zwei Wochen Zeit gehabt, sich wieder zu beruhigen», sagt Fabian Frei. «Wir wissen, dass es nur miteinander geht. Aber die Resultate geben uns ja recht und zeigen keinen negativen Trend. Deshalb müssen wir unseren Weg weiter gehen und wenn das mit Friede, Freude, Eierkuchen geht, ist das umso besser.»

Für Freude, vor allem aber noch mehr Frieden würde ein positives Resultat gegen Chelsea am Dienstag sorgen können. Aber den «Blues» wird keinesfalls noch einmal der Fehler unterlaufen, den FCB zu unterschätzen, wie möglicherweise beim 1:2 an der Stamford Bridge am 18. September.

Ein weiterer Kraftakt nötig

«Nein, Chelsea, wird den FCB garantiert nicht mehr unterschätzen – sollten sie das im Hinspiel getan haben», sagt Frei. Der FCB-Mittelfeldspieler macht keinen Hehl daraus, dass es von seiner Mannschaft einen weiteren Kraftakt braucht, wenn man sich gegen die «Blues» zumindest einen Punkt ausrechnen will. Spielen wird Rotblau aber auf Sieg, fährt Frei in seinen Ausführungen etwas mehr als 24 Stunden vor Kickoff fort.

Einen Punkt braucht der FCB mindestens, um die Chance auf ein «Finalspiel» in der letzten CL-Runde am 11. Dezember auf Schalke zu wahren. Drei Punkte wären ein Traum, um noch den begehrten zweiten Platz zu erreichen, den derzeit Schalke mit einem Zähler mehr auf dem Konto vor den Bebbi einnimmt.

Murat Yakin - «The Only One»

Die Basler starten gegenüber den Partien gegen Bukarest mit einer veränderten Ausgangslage ins Rückspiel gegen die «Blues». Gegen den rumänischen Meister war der FCB zuletzt Favorit. Gegen Chelsea schlüpft er wieder in die Rolle des «Underdog». Fabian Frei: «So schlecht ist die Ausgangslage nicht. Wir können diesmal gelöster ins Spiel gehen. Ich glaube, dass uns diese Rolle auf internationaler Ebene gelegen kommt. Aber ein Fussballer lebt für diese Highlights und ich hoffe, dass uns wieder ein grosses Spiel gelingt».

Für FCB-Trainer Murat Yakin wird es ein weiterer interessanter Vergleich mit dem derzeit wohl besten Trainer der Welt. Im ersten Duell hatte Yakin die Nase gegen «The Special One» vorn und ist in der Gruppe E nach wie vor «The Only One», der einzige Antipode des Portugiesen, der gegen Mourinho gewinnen konnte. In einem Heimspiel notabene, von denen «Mou» in seiner Karriere nicht allzu viele verloren hat. «Es ist immer speziell gegen José Mourinho anzutreten, zumal er immer ein Ass im Ärmel hat», sagt Yakin. Dann lacht er und sagt: «Ich habe meinen Sieg schon.»

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