Poet des Mundart-Rocks: Endo Anaconda gewinnt den Berner Musikpreis
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Poet des Mundart-RocksEndo Anaconda gewinnt den Berner Musikpreis

Grosse Ehre für Künstler Endo Anaconda: Er erhält den Musikpreis des Kantons Bern.

«Gang doch e chli dr Aare naa, dere schöne, schöne grüene Aare naa» - Längst sind verschiedene Kompositionen von «Stiller Has» Berner Kulturgut geworden.

«Gang doch e chli dr Aare naa, dere schöne, schöne grüene Aare naa» - Längst sind verschiedene Kompositionen von «Stiller Has» Berner Kulturgut geworden.

Der mit 20'000 Franken dotierte Musikpreis des Kantons Bern geht in diesem Jahr an Endo Anaconda. Das Gründungsmitglieder der Band «Stiller Has» gilt als Poet des Mundart-Rock und als Meister der bitterbösen Ironie.

Der Kanton zeichnet mit dem Preis Anacondas Gesamtschaffen aus, wie die bernische Erziehungsdirektion am Donnerstag mitteilte. Anacondas künstlerische Anfänge reichen weit in die 1980-er Jahre zurück und gründen in der experimentellen Musik und Poesie. Anaconda fiel schon damals mit seinen eigenwilligen Sprachkreationen auf.

Über die Landesgrenzen hinaus bekannt

Aus den Anfängen entwickelte sich die Band «Stiller Has», die Anaconda zusammen mit Balts Nill gründete. Der wortgewaltige Anaconda ist bis heute Frontmann und treibende Kraft der Band, die längst über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

Längst sind verschiedene Kompositionen von «Stiller Has» Berner Kulturgut geworden. «Gang doch e chli dr Aare naa, dere schöne, schöne grüene Aare naa», intonierte Anaconda Mitte der 1900-er Jahre. Bis heute ist das Stück «Aare» so etwas wie die heimliche Hymne der Bundesstadt geblieben.

Unvergessen ist auch die Figur von Hausabwart Hene, der plötzlich in einem der Hasen-Lieder einen unerwarteten Abgang macht. «Go Hene go, we mer chönnte, mir giengte ja ou», beschwor Anaconda im Refrain den Antihelden des Alltags. Mit «Znüni näh» lieferte die Band eine träfe Stilstudie schweizerischen Arbeitsalltags. 2013 erschien das neunte Studioalbum von «Stiller Has» mit dem Titel «Böses Alter».

Auch als Schriftsteller tätig

Neben der Musik hat sich Anaconda auch als Schriftsteller einen Namen gemacht. Er wurde vor 60 Jahren als Andreas Flückiger in Burgdorf geboren .

Neben dem Hauptpreis vergibt der Kanton Bern auch drei Anerkennungspreise von je 10'000 Franken. In diesem Jahr gehen sie an die Musikerin, Komponistin und Performerin Lilian Beidler, an den Akkordeonspieler Mario Batkovic und an den Techno-Pionier Marco Repetto.

(sda)

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