Hip-Hop: Endo Anaconda übergibt Poeten-Fackel an Baze
Aktualisiert

Hip-HopEndo Anaconda übergibt Poeten-Fackel an Baze

Bis auf «Seiltänzer», das grossartige Debüt von Tommy Vercetti, ist dieses Jahr im Schweizer Rap eigentlich nichts erschienen, was man nicht nach wenigen Wochen schon wieder vergessen hätte. Mit «D Party isch vrbi» von Baze wird das nicht passieren.

von
Niklaus Riegg
Baze gelang ein grosser Wurf – wahrscheinlich das beste berndeutsche Rap-Album aller Zeiten. (Bild: Ruben Wyttenbach)

Baze gelang ein grosser Wurf – wahrscheinlich das beste berndeutsche Rap-Album aller Zeiten. (Bild: Ruben Wyttenbach)

«D Party isch vrbi»

Diese Platte ist ein Meilenstein, wahrscheinlich sogar das beste berndeutsche Rap-Album aller Zeiten.

Zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt skizziert Baze mal eben die Gefühlslage einer ganzen Generation – jene der 30-Jährigen. Die Party ist vorbei, die Lichter im Club sind an, die Musik ist aus. «Das ist Katerstimmung. Die Katerstimmung meiner Generation. Es scheint an der Zeit, vernünftig zu werden», so Baze gegenüber 20 Minuten.

Und diese Katerstimmung hat in der Schweiz bis jetzt ­lyrisch noch keiner so überzeugend auf ein Album gebannt. Die Tracks überzeugen nicht nur in den Texten, sondern auch musikalisch: taumelnde, akustische Beats, mal düster, mal heiter, schaffen die perfekte Atmosphäre für dieses atemberaubende Album.

Auf dem Titeltrack wird Baze von Endo Anaconda unterstützt – und dieser Song ist so etwas wie eine Fackelübergabe: Der 30-Jährige tritt die Nachfolge des 55-Jährigen an – als poetischster Berner Musiker.

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