Zürich-Kalkbreite: Endspurt beim Bau des neuen Kinos Houdini

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Zürich-KalkbreiteEndspurt beim Bau des neuen Kinos Houdini

Handwerker verpassen den fünf Sälen des Zürcher Kinos Houdini derzeit den letzten Schliff. Das Publikum darf sich auf viel Platz beim Sitzen und ein neuartiges Soundsystem freuen.

von
rom

Flinke Hände schrauben im neuen Kino Houdini in der Genossenschaftsüberbauung Kalkbreite momentan Lampen an die Decke, verlegen Böden und montieren wohl etwas vom Wichtigsten: die dreifarbigen Sitze. «Diese haben wir extra in Spanien herstellen lassen», sagt Co-Betriebsleiterin Simone Hari. In jedem der fünf Säle wird der Besucher auf andere Farben treffen. «Damit peppen wir die naturgemäss dunklen und kompakten Räume auf.»

Kompakt oder klein sind sie tatsächlich - für Kinoverhältnisse. Der grösste Saal bietet gerade mal 54, der kleinste 32 Sitzplätze. Zum Vergleich: Das Riffraff 1, welches wie das Houdini zur Neugass Kino AG gehört, fasst 180 Personen. «Dafür ist die Beinfreiheit maximal - man kann sogar sitzen bleiben, wenn der Nachbar vorbeigehen will», sagt Hari.

Täglich Filme für Kinder

Überhaupt sieht sie die niedrige Platzzahl gerade als Trumpf: «Wir sind dadurch flexibler und können beispielsweise Geheimtipps zeigen», so Hari. Trotzdem gehören aber auch Premieren von grösseren Arthouse-Produktionen zum Programm. Solche, die etwa gleichzeitig in anderen Kinos in der Innenstadt starten. Hinzu kommen täglich Kinderfilme.

Technisch seien die Kinos selbstverständlich auf dem neusten Stand. Besonders stolz ist Hari auf das Atmos Dolby Sound System in Saal 1. «In Zürich sind wir die ersten und selbst schweizweit sind erst vier Kinos damit ausgestattet.» Bei diesem System hängen auch Lautsprecherboxen über den Zuschauern. «Wenn beispielsweise ein Helikopter über die Leinwand fliegt, hat man das Gefühl, unmittelbar darunter zu stehen.»

Ein eigens kreierter Hot-Dog

Doch nicht nur Filmliebhaber sollen den Weg ins Houdini finden. «Viele werden zu uns kommen, weil ihnen die Bar gefällt oder weil sie hier Leute treffen wollen», sagt Hari. Oder weil sie möglicherweise die eigens für den Houdini-Hot-Dog kreierte Wurst probieren möchten. Die Kombination von Kino und Gastronomie habe sich im Riffraff bestens bewährt. «Hier haben wir die Idee nochmals weiterentwickelt.»

Das Architekturbüro Staufer und Hasler hat die fünf Säle auf drei Etagen verteilt. Zu diesen gelangt man über schmale, überhohe Treppenaufgänge. Der Barbetrieb mit 100 Sitzplätzen erstreckt sich ebenfalls über zwei Stockwerke. Hier sorgen Messingwände, Kirschbaumholz und senfgelbe Sofas für Farbtupfer im ansonsten von Sichtbeton geprägten Raum. Zudem geben grosse Fenster den Blick auf die Badenerstrasse frei.

5 Millionen Franken investiert

Das spezielle Ambiente ist gemäss Hari einer der Pluspunkte des Houdini - und die Lage am Übergang vom Kreis 3 ins Vieri. «Das Gebiet hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt - jetzt ziehen wir mit dem Kinoangebot nach.» Dass an der Langstrasse ein weiterer Kino-Komplex für Arthouse-Filme mit mehreren Sälen geplant ist, macht ihr keine Sorgen: «Wir werden sehen.»

Offen sind Bar und Kino täglich ab 11 Uhr. Die ersten Filme starten bereits um 11.30 Uhr. Gezeigt werden diese stets in der Originalsprache mit Untertiteln und ohne Pause. Los gehts am 21. August unter anderem mit dem Schweizer Spielfilm «Sitting Next to Zoe» und dem finnischen Dokfilm «Mitternachtstango». Bis dahin bleibt bei dem 5-Millionen-Franken-Projekt für die flinken Hände noch allerhand zu tun.

Der Name

Mit seinen riskanten und spektakulären Aktionen zog der Entfesselungs- und Zauberkünstler Harry Houdini (1874 bis 1926) zigtausende Zuschauer in seinen Bann. Zudem war der US-Amerikaner auch als Filmschauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent tätig. Mit der Namenswahl Houdini man sprichts Hudini aus erweist die Betreiberin Neugass Kino AG «dieser schillernden Show-Biz-Legende» Referenz.

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