Trump gegen Clinton: Endspurt im erbitterten Rennen ums Weisse Haus
Aktualisiert

Trump gegen ClintonEndspurt im erbitterten Rennen ums Weisse Haus

Die fieberhafte Endphase des unendlich scheinenden Kampfs um die US-Präsidentschaft hat begonnen. Auf diese sechs Punkte kommt es jetzt an.

von
sut

Donald Trump und Hillary Clinton bemühen sich intensiv um den grossen Swing State Ohio. In Umfragen liegt Trump in Führung. (Video: AFP)

Wann endlich ist das Theater vorbei? Solche Stossseufzer sind eine Woche vor dem Wahltag vom 8. November überall in den USA zu hören. Die erbittert und auf tiefem Niveau geführte Schlacht um die US-Präsidentschaft hat die Nerven vieler Bürgerinnen und Bürger strapaziert. Sie können es nicht erwarten, am 8. November eine Entscheidung im Wahlkampf zu erleben.

Um abzuschätzen, wer als Nächste(r) ins Weisse Haus einzieht, beobachten Fachleute diese Ereignisse:

1. Die nationalen Umfragewerte

Nach den neusten Durchschnittszahlen von Real Clear Politics hält Hillary Clinton immer noch einen substanziellen Vorsprung von 3,2 Prozentpunkten auf Donald Trump. Doch seit etwas mehr als einer Woche holt der Republikaner auf und kommt der Demokratin gefährlich nahe.

2. Die Umfragen in den Schlüsselstaaten

Für die Wahl braucht es insgesamt 270 Elektorenstimmen. Auf diese Zahl kommt nur, wer ausreichend viele der sogenannten Wackelstaaten für sich entscheidet, die manchmal demokratische, manchmal republikanische Mehrheiten aufweisen. Die wichtigen Gliedstaaten sind Florida, Pennsylvania, Ohio, North Carolina, Nevada, Colorado, Iowa, New Hampshire, Wisconsin. Die dortigen Umfragen hinken den nationalen ein wenig hinterher.

3. Die Reisepläne der Kandidaten

Die zwei Kontrahenten lassen keine Gelegenheit aus, in den wichtigen Wackelstaaten aufzutreten und die Wählerschaft zur Stimmabgabe zu drängen. In der Regel sprechen sie an zwei bis drei Anlässen täglich. Trumps Reiseprogramm sieht am Dienstag Auftritte in Pennsylvania und Wisconsin vor, am Mittwoch in Florida und am Donnerstag in North-Carolina. Clinton spricht in Ohio (Dienstag), Arizona (Mittwoch) und North Carolina (Donnerstag). Clinton kann neben ihrem Vize-Kandidaten auf die Ersatzleute Bill und Chelsea Clinton, Barack Obama und Bernie Sanders zurückgreifen.

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Die Nerven liegen blank: Eine Unterstützerin von Hillary Clinton (rechts) gerät sich mit einer Donald-Trump-Anhängerin in die Haare. Bild: Pompano Beach, Florida, 30. Oktober 2016

Die Nerven liegen blank: Eine Unterstützerin von Hillary Clinton (rechts) gerät sich mit einer Donald-Trump-Anhängerin in die Haare. Bild: Pompano Beach, Florida, 30. Oktober 2016

AP/Andrew Harnik
Sogar weit weg in Hong Kong sind Halloween-Masken der US-Präsidentschaftskandidaten zu sehen. (31. Oktober 2016)

Sogar weit weg in Hong Kong sind Halloween-Masken der US-Präsidentschaftskandidaten zu sehen. (31. Oktober 2016)

epa/Alex Hofford
In den letzten Tagen fliegt der Republikaner Donald Trump von einem wichtigen Gliedstaat zum anderen, um möglichst viele Wähler zu mobilisieren. (Manchester, New Hampshire, 28. Oktober 2016)

In den letzten Tagen fliegt der Republikaner Donald Trump von einem wichtigen Gliedstaat zum anderen, um möglichst viele Wähler zu mobilisieren. (Manchester, New Hampshire, 28. Oktober 2016)

AP/Evan Vucci

4. Die Trends der Brief- und Frühwahlen

In einer Mehrzahl der Gliedstaaten dürfen Wählerinnen und Wähler schon vor dem Wahltag ihre Stimme abgeben. Bis gestern sind in Wahllokalen und brieflich bereits 22 Millionen Stimmen abgegeben worden. Es wird erwartet, dass insgesamt 40 Prozent aller Stimmen vor dem 8. November eingelegt werden. Einzelne Gliedstaaten liefern erste Zwischenbilanzen. Danach gehen eingeschriebene Republikaner im Vergleich zu 2012 in leicht höheren Zahlen wählen, Demokraten in leicht niedrigeren Zahlen. Drastisch höher als vor vier Jahren ist jedoch die Zahl der als Unabhängigen eingeschriebenen Wähler. Was die Stärken der Parteien in den Wackelstaaten angeht, gibt es kaum harte Zahlen. Viele Meldungen verfolgen vor allem das Ziel, das eigene Lager zur Stimmabgabe zu ermuntern. Sie verdienen Skepsis.

5. Weitere Oktober-Überraschungen

Der Wahlkampf wurde am Freitag erschüttert von der Nachricht, dass die Bundespolizei FBI neu aufgefundene E-Mails von Hillary Clinton auf dem Laptop des Sexting-Politikers Anthony Weiner durchsucht, der mit Clintons engster Mitarbeiterin Huma Abedin verheiratet ist. Jeden Tag bringt zudem Wikileaks E-Mails aus Clintons Wahlkampfteam an die Öffentlichkeit. Es ist möglich, dass demnächst zum Ausgleich Negativ-Nachrichten gegen Trump verbreitet werden.

6. Die Siegesfeiern

Hillary Clinton wird nächsten Dienstag ihren – noch immer wahrscheinlichen – Sieg unter dem gläsernen Dach des Jacob-Javits-Kongresszentrums in New York City feiern. Wo das Trump-Lager zusammenkommt, ist noch nicht bekannt.

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