Aktualisiert 19.11.2007 15:27

Energie keine Bedrohung, sondern eine Chance

Die Schweiz muss die Abkehr von fossilen Energien beherzt angehen, um das Klima zu stabilisieren. In einer «Denk-Schrift Energie» rufen die Akademien der Wissenschaften dazu auf, diese Herausforderung als Chance wahrzunehmen.

Der Präsident der Akademien, René Dändliker, übergab am Montag in Bern die 50-seitige Denkschrift dem Direktor des Bundesamtes für Energie (BFE), Walter Steinmann. In der Broschüre haben 47 Forschende aus verschiedenen Disziplinen ihr Wissen zusammengetragen.

Die Akademien sind besorgt, dass die Dringlichkeit der Klimaproblematik noch nicht genügend erkannt wird. Sie rufen alle Verantwortungsträger zu raschem Handeln auf. Ziel sollte es sein, die Emissionen bis 2100 weltweit auf 1 Tonne CO2 pro Kopf und Jahr zu senken. Mit 6 Tonnen liegt die Schweiz weit über der Zielgrösse.

Für das Fernziel ist es laut der Denkschrift entscheidend, dass in der Schweiz mit der Reduktion in vorhersehbaren und realistischen Schritten von mindestens 2 Prozent pro Jahr hier und heute begonnen wird. Jede Verzögerung werde später zu wesentlich schmerzvolleren und kostspieligeren Massnahmen führen.

Die energiepolitischen Herausforderungen sollten nicht als Bedrohung, sondern als Chance wahrgenommen werden, meinen die Akademien. Mit ihrem Know-how, ihren High-Tech-Produkten, ihrer Innovationskraft und ihren Ausbildungsstätten sei die Schweiz für das Angebot ganzheitlicher Energiedienstleistungen prädestiniert.

Probleme im Inland lösen

Kritisch werten die Akademien die Möglichkeit, die Reduktionsziele durch den Kauf von Emissionsrechten im Ausland zu erreichen. Dies könnte den Schwellen- und Entwicklungsländern das fatale Signal vermitteln, die Industrieländer seien unfähig oder nicht willens, ihre Emissionen zu senken.

Die Akademien der Wissenschaft Schweiz sind ein Verbund der Akademien der Naturwissenschaften, der Medizinischen Wissenschaften, der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Technischen Wissenschaften. Sie nehmen zu übergreifenden gesellschafts- und wissenschaftspolitischen Fragen Stellung.

(sda)

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