Nach 45 Jahren Musikkarriere: Energiegeladen und fulminant - Kiss gibt Abschiedskonzert in Zürich

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Nach 45 Jahren MusikkarriereEnergiegeladen und fulminant - Kiss gibt Abschiedskonzert in Zürich

Mit ihrer «End Of The Road»-Tour ist Kiss vorerst zum letzten Mal auf Welttournee. In Zürich spielt die Band am Donnerstag eines ihrer letzten Konzerte in der Schweiz.

von
Salvatore Iuliano
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Kiss ist nach über 45 Jahren auf Welt-Abschiedstournee.

Kiss ist nach über 45 Jahren auf Welt-Abschiedstournee.

20 Min./Joseph Carlucci
Sie treten am Donnerstag im Hallenstadion auf.

Sie treten am Donnerstag im Hallenstadion auf.

20 Min./Joseph Carlucci
Es ist das neunte Konzert der Band in Zürich.

Es ist das neunte Konzert der Band in Zürich.

20 Min./Joseph Carlucci

Darum gehts

  • Kiss ist auf Abschieds-Welttournee.

  • Die Rocker machen am Donnerstag einen Halt im Hallenstadion.

  • Sie treten zum neunten Mal in Zürich auf.

  • Sie beenden ihre Musikkarriere nach über 45 Jahren.

  • Wegen der Corona-Pandemie mussten sie die Tourdaten zwei Jahre lang verschieben.

Kiss ist mit ihrer «End Of The Road»-Show auf Abschiedstournee. Am Donnerstag machen die stark geschminkten Rockikonen, bestehend aus Paul Stanley, Gene Simmons, Tommy Thayer und Eric Singer Halt im Hallenstadion in Zürich. Dort geben sie ihre Hits aus über 45 Jahren Musikkarriere in einer fulminanten und energiegeladenen zweistündigen Show zum Besten.

21.00 Uhr: Ein grosser schwarzer Vorhang hängt vor der Bühne. Darauf stehen vier grosse Buchstaben - «Kiss». Die Fans erwarten voller Vorfreude auf die vier Rocklegenden - teilweise in Kiss-Manier gekleidet und geschminkt. Neben der Bühne stehen vier Statuen der Rocker. Auf zwei Bildschirmen sind sie in Vollmontur im Backstage zu sehen. Sie wollen zur Bühne. Das Schweizer Publikum jubelt. Eine Stimme erklingt. «Alles klar Zürich! Ihr wolltet das Beste, also kriegt ihr das Beste. Hier kommt Kiss!». Die Spotlights gehen an und mit einem Knall fällt der Vorhang. Die Musiker stehen in ihrer legendären Band-Uniform auf fliegenden Podesten, begleitet von einer beeindruckenden Pyroshow. Sie eröffnen ihr Konzert mit «Detroit Rock City». Nahtlos geht es weiter mit «Shout It Out Loud». 

21.10 Uhr: Leadsänger Paul Stanley aka «The Starchild» wendet sich an die Fans.«Wir haben neues Zeug für euch und wir haben altes Zeug». Die Fans kreischen und jubeln, Hände gehen in die Luft. «Fangen wir erst mal Oldschool an». Ihr Song «Deuce» wird angestimmt - ein Song aus ihrem ersten Album. Die Band geht ab. Der Zahn der Zeit scheint an ihnen vorbei gezogen zu sein. Es werden Aufnahmen aus alten Konzerten gezeigt. Erneut geht eine Pyroshow auf der Bühne los. Die Hitze des Feuers spürt man bis hin zu den Sitzplätzen des Hallenstadions. Es geht weiter mit «War Machine» und «Heaven’s on Fire». Es folgt «I Love It Loud». Immer wieder fordert die Band die Menge auf Deutsch auf, mitzusingen. Am Ende des Songs steht Simmons mit einer Fackel in der Hand im Spotlight.

21.27 Uhr: «Zürich, wie gehts euch? Ich hoffe, ihr seid noch nicht müde. Ich sage euch was, wir haben gerade erst angefangen!», ruft Stanley zum Publikum. «Singt alle mit!», fordert er die Menge bei «Say Yeah» auf. Die Menge gehorcht. «Zürich lasst uns wieder was Oldschool spielen!». «Need somethin' to bring ya UHHOOUAHOOUAHOOOOOP! » steht als Nächstes auf der Setlist. Fast nahtlos geht es mit «Cold Gin» weiter. Die Gitarristen geben sich ein Gitarrenbattle. Die Finger der Musiker gleiten förmlich über die Gitarrensaiten. Simmons fährt dabei immer wieder seine Zunge aus - live ist sie noch eindrücklicher als im Fernsehen. Tommy Thayer aka «The Spaceman» schliesst den Song mit einem explosiven Solo ab.

21.44 Uhr: Stanley hebt einen BH vom Boden auf und hält ihn hoch. «Dankeschön!», ruft er und das Publikum lacht. Weiter gehts mit «Lick It Up» – was genau sie auflecken wollen, bleibt ein Rätsel. Die Menge feiert und singt fast einstimmig mit. Eine Lichtershow geht los und Stanley und Thayer spielen ein Gitarrenduett. Mit «Calling Dr. Love» setzen die Altrocker ihr Konzert fort und fordern die Menge zum Klatschen auf. Es folgt «Tears Are Falling» - wohl ihre Interpretation einer Ballade. 

22.03 Uhr: Die Band macht eine Pause und eine Frau wird eingeblendet. «Sofie hat heute Geburtstag. Kommt, wir singen alle für sie», ruft Stanley. Das gesamte Hallenstadion singt für sie. «Nun verwandeln wir diesen Ort in einem Psycho Circus!», ruft Stanley und die Band setzt für ihren nächsten Song an.

22.08 Uhr: Endlich kommt der Moment von Drummer Eric Singer aka «The Catman». Er spielt ein Schlagzeugsolo und beweist nicht nur Finger-, sondern auch Fussspitzengefühl an den Trommeln. Stanley greift wieder zum Mikrofon für «Do You Feel Alright???». Danach gehen die Lichter aus.

22.15 Uhr: Gitarrenklänge sind im Dunkeln zu hören. Ein Scheinwerfer hüllt Gene Simmons in grünes Licht. Er spielt ein Basssolo. Die Musik wird schaurig. Währenddessen zieht Simmons gruselige Grimassen, Blut läuft ihm aus dem Mund. Er erinnert an einen Besessenen. Er fährt mit einer Schwebebühne in die Luft und singt «God of Thunder». «Zürich, wir sind zum neunten Mal hier. Wir wissen, wie laut ihr sein könnt», sagt Stanley,  ehe er sich zu einer kleinen Bühne inmitten der Halle schwingt und dort «Love Gun» singt. 

22.29 Uhr: Der grosse Moment auch für Nicht-Kiss-Fans. Sie spielen ihren Welthit «I Was Made For Loving You». Die Menge tobt. Es folgt ein Solo des Leadgitarristen und Sängers, ehe es mit einem erneuten Knall zu «Black Diamond» übergeht. Zum Abschluss des Songs drehen sich zwei Räder, aus denen Funken sprühen und vom Boden schiessen Funken in die Luft, ehe sich die Band mit einem grossen Knall ins Dunkel verabschiedet. Das Publikum applaudiert und johlt.

22.45 Uhr: Ein Klaviersolo von Singer eröffnet die Zugabe. Er spielt «Beth». Die restlichen Bandmitglieder gesellen sich zu ihm. «Zürich, ich sage euch, es gibt kein Kiss ohne euch», sagt Stanley und die ganze Band verbeugt sich vor den Fans. «Und jetzt schaut etwas verrück rein», ruft er weiter und posiert mit seinen Bandkollegen für ein Foto. Im Anschluss folgt «Do You Love Me». Es fallen grosse Luftballons in die Menge, die umher jongliert werden. Das grosse Finale macht «Rock And Roll All Nite», womit die Band sich erneut mit einem gewaltigen Pyrospektakel und einem gewaltigen Konfettiregen vom jubelnden Schweizer Publikum verabschiedet. «Wir lieben euch Leute. Gute Nacht!».

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