Wirbel um internes Papier: Energiekommission des Nationalrats rügt Nagra
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Wirbel um internes PapierEnergiekommission des Nationalrats rügt Nagra

Die Energiekommission UREK kritisiert die Atomabfall-Genossenschaft Nagra: Mit der Affäre um ein internes Dokument könnte die Endlager-Standortwahl beeinflusst werden.

Die Energiekommission des Nationalrates (UREK) hat sich von der Nagra über die umstrittenen Dokumente zur Standortsuche für Atommüll-Lager informieren lassen. Dabei äusserte sie auch Kritik.

Die Nagra bedauere den Vorfall und habe der Kommission versichert, dass sie sich noch nicht auf bestimmte Standorte für geologische Tiefenlager festgelegt habe, schreibt die UREK in einer Mitteilung vom Dienstag. Die Kommission habe die Ausführungen zur Kenntnis genommen.

Einige Mitglieder hätten sich kritisch gegenüber der Arbeitsweise der Nagra geäussert und in Erinnerung gerufen, dass die Unabhängigkeit und Objektivität der Nagra für die Erfüllung ihres Auftrags von zentraler Bedeutung seien.

Standortwahl könnte beeinflusst werden

Die Gefahr bestehe, dass durch solche Vorfälle die Standortauswahl beeinflusst werde, hält die Kommission fest. Auch könne die Glaubwürdigkeit der Nagra aufs Spiel gesetzt werden. Das Bundesamt für Energie habe gegenüber der Kommission betont, dass es die Arbeit der Nagra enger begleiten werde.

Das interne Papier der Nagra, das über die «SonntagsZeitung» an die Öffentlichkeit gelangt war, erweckt den Eindruck, es sei bereits entschieden, wo dereinst die nuklearen Abfälle gelagert werden sollen - trotz der laufenden Standortsuche.

Die Nagra beteuerte nach der Publikation, es handle sich lediglich um ein Referenzszenario, das dazu diene, finanzielle Berechnungen durchzuführen. Verwaltungsratspräsident und FDP- Ständerat Pankraz Freitag räumte jedoch ein, dass es der Nagra an politischer Sensibilität mangelt. (sda)

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