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25 Jahre Prinz HarryEnfant terrible mit sozialer Ader

Er gilt zwar als Enfant terrible der britischen Königsfamilie und sorgt immer mal wieder für negative Schlagzeilen. Doch just diesem Haudegen-Image, einhergehend mit seinem Fronteinsatz in Afghanistan, verdankt Prinz Harry seine Beliebtheit in der Öffentlichkeit. Heute wird «Horny Harry» 25 Jahre alt.

von
Annedore Smith

Zurzeit absolviert der zweite Sohn von Thronfolger Prinz Charles eine Ausbildung zum Hubschrauberpiloten. Er wolle bei den Streitkräften keine Sonderstellung wegen seiner königlichen Herkunft einnehmen, hat Harry stets betont.

Dennoch waren ihm natürlich Grenzen gesetzt. Ein Einsatz im Irak wurde ihm verwehrt, weil dies als zu gefährlich erachtet wurde - nicht nur für ihn selbst, sondern auch für seine Einheit, die wegen ihres prominenten Kameraden zum Ziel von Anschlägen werden könnte. Harrys Entsendung in die afghanische Unruheprovinz Helmand im Dezember 2007 wurde denn auch lange Zeit geheim gehalten. Erst drei Monate später brach eine australische Zeitung das vereinbarte Schweigen. Daraufhin musste Harry umgehend nach Grossbritannien zurückkehren.

«Sein Verhalten während der Operation in Afghanistan war beispielhaft», lobte damals Heereschef Richard Dannatt den Prinzen. «Er war an den Militäroperationen voll beteiligt und ist die gleichen Risiken eingegangen wie alle anderen in seiner Truppe.» Harry selbst erklärte, er habe es genossen, ein ganz normaler Soldat gewesen zu sein - ohne jegliche Privilegien. Die Medien lobten ihn dafür mit Überschwang.

Im Schatten des älteren Bruders

Es war wie eine Rehabilitation des damals 23-Jährigen, der bis dahin als schwarzes Schaf der königlichen Familie angesehen wurde. Seine Eskapaden auf wilden Partys mit Drogen und viel Alkohol hatten immer wieder für Aufsehen gesorgt. Psychologen werteten dies als Rebellion eines Jugendlichen, der stets im Schatten seines älteren Bruders stehen würde. Doch als William kurz nach Harrys Rückkehr aus Afghanistan seiner Freundin Kate Middleton mit einem Armee-Hubschrauber eine Stippvisite abstattete, war es plötzlich der künftige König, der als «verwöhnter Balg» kritisiert wurde.

Henry Charles Albert David Mountbatten-Windsor, genannt Harry, wurde am 15. September 1984 in London geboren. Er war acht Jahre alt, als seine Eltern sich trennten, und knapp 13 beim tragischen Unfalltod seiner Mutter Diana im August 1997. Beobachter sind sich darin einig, dass all dies ein schwerer Schlag für den Jungen gewesen sein muss. Harry besuchte damals eine Privatschule im Westen von London und später das renommierte Eton College. Von 2005 bis 2007 absolvierte er eine Offiziersausbildung an der Militärakademie Sandhurst.

«Heil Harry!»

Doch trotz der Disziplin, die eine Karriere bei den Streitkräften erfordert, schlug Harry immer wieder mal über die Stränge. Berühmt-berüchtigt ist sein Auftritt in Nazi-Uniform bei einem Kostümball im Januar 2005. Er entschuldigte sich mehrfach für diese Eskapade und beteuerte, aus seinen Fehlern gelernt zu haben. Das Party-Leben gab er allerdings nie ganz auf, und dies soll einer der Gründe gewesen sein, warum seine Freundin Chelsy Davy ihm nach fünfjähriger Beziehung schliesslich den Laufpass gab. (Zur Zeit sollen die beiden Gerüchten zufolge ihre Liaison wieder aufgenommen haben.)

Das war im vergangenen Januar, und da stand Harry noch aus anderen Gründen im Kreuzfeuer. Damals wurde bekannt, dass er einen Kameraden pakistanischer Abstammung bei den Streitkräften als «Paki» bezeichnet hatte. Sogar der britische Premierminister Gordon Brown schaltete sich ein und verurteilte diese rassistischen Äusserungen als völlig inakzeptabel. Wieder trat Harry die Flucht nach vorn an, entschuldigte sich vielmals und gelobte Besserung. Die Streitkräfte sollen ihn dann als Disziplinarmassnahme an einen Anti-Diskriminierungskurs geschickt haben.

Doch andererseits gab es auch gute Nachrichten, die Beobachtern zufolge die vielen positiven Seiten des wilden Prinzen belegen. Gelobt wurde allemal sein Engagement für Aids-Waisen in Afrika, für die sich schon seine Mutter Diana eingesetzt hatte. Und inzwischen scheint ihm die königliche Familie auch offizielle Auslandsbesuche zuzutrauen.

So reiste Harry Ende Mai nach New York, wo er als Repräsentant der britischen Krone einen Kranz am einstigen World Trade Center niederlegte. Auf der Schleife stand: «In respektvollem Gedenken an jene, die am 11. September 2001 ihr Leben verloren, und in Bewunderung für den Mut, den diese grossartigen Menschen und diese grossartige Stadt an diesem Tag gezeigt haben.» Unterzeichnet war diese Botschaft schlicht mit «Harry».

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