Aktualisiert 25.07.2011 19:25

Beweise umstritten

«Engel mit den Eisaugen» schöpft Hoffnung

Rückschlag für die Anklage gegen die in Italien wegen Mordes angeklagte Amerikanerin Amanda Knox. Die gefundenen DNA-Beweise sollen nicht sauber sein.

Entlastung für den «Engel mit den Eisaugen»? Im Berufungsprozess gegen die 2009 mit ihrem Exfreund wegen Mordes an einer britischen Austauschstudentin verurteilte Amerikanerin Amanda Knox hat das Gericht am Montag über ein neues Gutachten verhandelt.

Zwei vom Gericht bestellte Rechtsmediziner waren zu dem Schluss gekommen, dass nach dem Mord am Tatort gesammelte DNA-Spuren verunreinigt waren.

Dabei handelte es sich um DNA-Spuren des Opfers und auch von Knox auf dem mutmasslichen Tatmesser sowie Hinweise auf den Ex-Freund der Amerikanerin auf dem Verschluss des Büstenhalters der Getöteten. Die Spuren gehörten italienischen Medienberichten zufolge zu den wichtigsten Beweisen der Anklage.

«Beweisführung der Anklage bricht zusammen»

«Damit bricht die Beweisführung der Anklage zusammen», triumphierte Giulia Bongiorno, Verteidigerin von Knox' italienischem Ex-Freund.

Francesco Maresca, Anwalt der Familie der Ermordeten, betonte dagegen, das Gutachten sei absolut «nichts Neues» und würde auch nichts an dem Urteil ändern. Knox und ihr Freund waren vor zwei Jahren für den Mord an der Britin Meredith Kercher zu 26 und 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Die 21-jährige Kercher war am 2. November 2007 mit durchschnittener Kehle, vergewaltigt und halbnackt sowie von 40 Messerstichen übersät in einer Wohnung in Perugia gefunden worden.

Die Amerikanerin Knox hatte im Zuge des Mordprozesses von den italienischen Medien den Namen «Engel mit den Eisaugen» bekommen. Die nächste Anhörung in dem Berufungsprozess soll am 30. Juli sein. Das Urteil wird im September erwartet.

(sda)

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